10. September 2009 14:59
Rund 41 Prozent der Österreicher haben laut Eurobarometer-Umfrage die
EU-Mitgliedschaft Österreichs als eine "gute Sache" bewertet. Die aktuelle
Befragung habe den "positiven Trend" bestätigt und die Europaskepsis nehme
langsam ab, erklärte Richard Kühnel, Leiter der EU-Kommissionsvertretung in
Österreich, bei der Präsentation. Nur 19 Prozent bewerten demnach die
EU-Mitgliedschaft als schlecht und 78 Prozent der Österreicher fühlen sich
als Europäer.
Krise wirkt sich aus
Dieser positive Trend sei unter anderem
anhand der Wirtschafts-und Finanzkrise zu erklären, ergänzte Kühnel seine
Ausführungen. Denn die Österreicher hätten gesehen, dass diverse Maßnahmen
auf EU-Ebene gesetzt worden seien, um der Krise zu trotzen.
Auf die Frage, ob die EU-Mitgliedschaft Österreichs insgesamt gesehen
Vorteile hat, antworteten 47 Prozent der 1.015 Befragten mit einem "Ja". Die
Stimmung in Österreich steige langsam an und stabilisiere sich, betonte
Harald Pitters, Projektleiter am Gallup-Institut. Allerdings sei dies noch
kein Grund, um groß zu feiern. Vor allem Frauen seien der EU gegenüber etwas
skeptischer eingestellt als Männer, ergänzte Kühnel. Dennoch steige das
Vertrauen in die EU. Laut "Eurobarometer" glauben 37 Prozent, dass "Meine
Stimme" in der Europäischen Union etwas zählt, und 46 Prozent gaben an, dass
die Stimme "Österreichs" etwas zählt.
Positive Assoziationen
Klare Meinungen haben die Österreicher
dazu, was sie mit der EU assoziieren. 55 Prozent verbinden die EU mit dem
Euro, 46 Prozent mit der "Freiheit überall in Europa zu reisen, zu arbeiten
und zu studieren", ebenfalls 46 Prozent mit einer steigenden Kriminalität,
31 Prozent mit Arbeitslosigkeit und 30 Prozent mit Frieden.
Als die wichtigsten Probleme, denen man derzeit in der EU und Österreich
gegenübersteht, gaben 43 Prozent die "Wirtschaftliche Situation" und die
Bekämpfung der "Arbeitslosigkeit", 30 Prozent die "steigenden Preise und die
Inflation" und 14 Prozent die "Einwanderung" an.
Österreich habe, verhältnismäßig für seine Größe, in den vergangenen Jahren
gerade in den Bereichen "Umwelt" und "Osteuropa" viel erreicht, erklärte
Kühnel. Allerdings sehe man diese Erfolge und die Arbeit, die dahinter
stecke, nicht immer, da die Beschlüsse auf EU-Ebene fallen würden.
Laut Pitters würden derzeit nur 20 Prozent der Österreicher einen Austritt
aus der Europäischen Union befürworten.