EU-
Streit 
um Conchita

Brüssel-Gig erregt Rechte

EU-
Streit 
um Conchita

Es ist alles schon bis ins kleinste Detail geplant: Conchita Wurst wird mit ihrem Tross am Vormittag des 8. Oktobers anreisen – zu Mittag ist eine Pressekonferenz angesetzt. Und dann wird Österreichs Song-Contest-Gewinnerin vor dem EU-Parlament ein großes Konzert geben. Die grüne EU-Parlamentarierin Ulrike Lunacek hat das Event organisiert. Sie bezahlt die Kosten von rund 15.000 Euro für Flug und Bühnenaufbau, Conchita selbst verlangt nichts für ihren Auftritt.

Deutsche Rechte und FPÖ mobilisieren gegen Wurst
Doch so mancher im EU-Parlament sieht darin den Untergang des Abendlandes: Die extrem konservative AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch etwa macht gegen den Wurst-Auftritt mobil: „Anstatt sich laufend um unsere vielfältige Sexualität zu drehen, soll das Europäische Parlament seine Aufmerksamkeit besser auf die verfolgten und grauenvoll ermordeten Menschen im Irak und in Syrien richten“, wettert sie in der rechten deutschen Postille Junge Freiheit.

Schützenhilfe bekommt Storch just vom FPÖ-EU-Abgeordneten Harald Vilimsky. Er nennt den Wurst-Gig ein „fatales Signal der Dekadenz“. Schließlich herrsche derzeit in der Ukraine Krieg.

Lunacek findet derlei Argumente zum Kopfschütteln – das Wurst-Konzert sei ein „wunderbares Signal der Toleranz für ganz Europa“. Sie hofft auf ein möglichst großes Brüsseler Pu­blikum. Die Querschüsse von rechts stören sie nicht: „Das war ja zu erwarten, die AfD und die FPÖ haben ein rückwärts gewandtes Gesellschaftsbild.“

(gü)

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