EU-Wahl: So wählte Wien

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EU-Wahl: So wählte Wien

Die SPÖ konnte sich in Wien als stärkste Partei behaupten. Allerdings verbucht sie gegenüber dem Katastrophen-Ergebnis von 2009 ein weiteres Minus von 0,6 % und bleibt unter der für sie wichtigen 30 %-Marke.

Nur 35 % Beteiligung. Die SPÖ schaffte die Mobilisierung ihrer Stammwähler nicht. Die Wahlbeteiligung in Wien war mit nur 35 % die schlechteste in ganz Österreich.
Vor allem in den Arbeiterbezirken blieben die SPÖ-Wähler scharenweise zu Hause. So blieb die SPÖ in allen ihren Hochburgen unter 40 %; sie verlor sogar zwei traditionell rote Bezirke – Landstraße und Hernals – an eine grüne Mehrheit.

Die Grünen überholten in Wien mit einem überraschenden Plus von 3,6 % die FPÖ, belegen erstmals Platz 2 und sind bereits in 9 Bezirken klare Nr. 1.

Die FPÖ blieb in Wien enttäuschend, legte nur 4 % auf 19 % zu, blieb damit unter dem Bundes-Trend.

Enttäuschend auch die NEOS mit nur 8,5 % und die ÖVP mit mageren 15 %.


Die Grünen ­räumen in Wien die SPÖ ab
SPÖ verliert überraschend. Damit hatte in der Wiener SPÖ niemand gerechnet: Die Sozialdemokraten verloren bei der EU-Wahl gegenüber ihrem Katastrophen-Ergebnis von 2009 weitere 0,6 % und erreichten einen historischen Tiefststand.

Nur 28 % der Wiener wählten die SPÖ – damit fallen die Rathaus-Roten unter die 30 %-
Marke und müssen vor der Wien-Wahl im kommenden Jahr gewaltig zittern.
Rot-grüne Mehrheit. Zwar hat die rot-grüne Koalition auch mit dem enttäuschenden EU-Wahl-Ergebnis weiter eine Mehrheit von rund 49 %, aber diese Mehrheit ist nur noch hauchdünn und steht an der Kippe.

Nur 35 % Beteiligung. Dramatisch für die SPÖ ist, dass ihre Mobilisierung in Wien gestern überhaupt nicht funktionierte.

Wien hatte mit knapp 35 % die schlechteste Wahlbeteiligung in ganz Österreich.
Dieser enorme Wahlfrust der Wiener schadete der SPÖ vor allem in ihren Hochburgen. In Floridsdorf, Donaustadt und sogar in Meidling, wo früher 50 %-Mehrheiten Pflicht waren, kam die SPÖ nur mehr ganz knapp über die 30 %-Grenze. Im traditionell roten Bezirk Landstraße verlor die SPÖ sogar ihre Mehrheit an die Grünen, ebenso in Hernals und fast auch noch in Fünfhaus.

Die ÖVP verliert Bezirke und liegt an vierter Stelle

Wien ist anders. Während die ÖVP auf Bundesebene bei der EU-Wahl Platz 1 verteidigt, büßen die Schwarzen in Wien stärker als anderswo Unterstützung ein. Sie rutschen von Platz 2 bei der EU-Wahl 2009 beim aktuellen Urnengang auf Platz 4 hinter die FPÖ ab. Auf der politischen Landkarte wechseln zwei Bezirke von der ÖVP zu den Grünen.

Hoffen auf Wahlkarten. Zwangsoptimismus bei ÖVP-Chef Manfred Juraczka: Er gratuliert ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas. „In Wien konnten wir trotz allem ein erfreuliches Ergebnis erzielen. Wir sind überzeugt, nach der Auszählung der Wahlkarten können wir mehr als einen Prozentpunkt dazugewinnen.“ Bis zur Gemeinderatswahl 2015 gehe es nun darum, den Wählern die „Wien-Kompetenz“ der ÖVP zu vermitteln.

FPÖ und NEOS liegen nur auf den Plätzen 3 und 5
Die FPÖ konnte in Wien zwar an Stimmen zulegen. Im Vergleich zum bundesweiten EU-Wahl-Ergebnis fuhr sie in der Bundeshauptstadt aber einen weit geringeren Erfolg ein. Gegenüber der letzten EU-Wahl 2009 holte die FPÖ in Wien zwar ein paar Prozentpunkte, blieb aber beim Endergebnis 2014 hinter den Grünen zurück.

Bundesweit liegt die Partei mit Spitzenkandidat Harald Vilimsky vor den Grünen.

NEOS. Enttäuschend auch das Abschneiden der NEOS in Wien. Sie hatten fix mit einem zweistelligen Erfolg gerechnet, blieben mit 8,5 % aber weit hinter den Erwartungen zurück und liegen nur 1 % besser als bei der Nationalratswahl (mit 7,6 %).


Die Grünen sind in neun Bezirken stärkste Partei
Zugewinne. Bei der Europa-Wahl 2009 waren es noch vier Bezirke – beim aktuellen Urnen-Gang landeten die Stadt-Ökos in weiteren fünf Bezirken auf Platz 1. In den Grün-Hochburgen Neubau und Mariahilf bauten die Grünen ihren Vorsprung weiter aus. Auch in der Josefstadt und am Alsergrund bleiben die Grünen mit Zugewinnen deutlich voran.

In Neubau haben die Grünen schon 36 % – mehr als die SPÖ in Favoriten.
Farbwechsel. Drei rote Bezirke und zwei schwarze Bezirke wechselten bei diesem Urnengang zu den Grünen. In Landstraße, Margareten und Hernals überholten die Grünen die SPÖ. Von der ÖVP holten sie Wieden und Währing.
Der grüne Erfolg stärkt die heftig umstrittene Maria Vassilakou.
 

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