Einbürgerungen gehen weiter zurück

- 26 Prozent

Einbürgerungen gehen weiter zurück

Die Zahl der Einbürgerungen ist weiter rückläufig. In den ersten drei Quartalen (also von Jänner bis inklusive September) wurden insgesamt 4.310 neue Österreicher eingebürgert, teilte die Statistik Austria am Freitag mit - ein Rückgang von 26 Prozent.

Bosnien voran
Die meisten Neo-Staatsbürger stammen aus Bosnien (855), gefolgt von der Türkei (678), Serbien (576) sowie Kroatien und dem Kosovo (318 bzw. 314). Ebenfalls interessant: 39 Prozent der neu Eingebürgerten wurden schon in Österreich geboren.

Zuwanderung abgeflaut

Gründe für den Rückgang sind einerseits restriktivere gesetzliche Vorschriften, andererseits auch das Abflauen der Zuwanderung nach dem Höhepunkt zu Beginn der 1990er Jahre, das nun zeitverzögert auch zu einem Minus bei den Einbürgerungen führt.

1.244 Einbürgerungen in Wien
Die meisten Neo-Österreicher begrüßte das Land Wien (1.244), allerdings war hier der Rückgang mit fast 41 Prozent auch besonders groß. In Oberösterreich wurden 701 Personen eingebürgert (minus 26 Prozent), in Niederösterreich 551 (minus 39 Prozent). In Tirol gab es 391 Einbürgerungen (minus 18 Prozent).

Kärnten: Anstieg um 60%
Einziger Ausreißer nach oben war in den ersten drei Quartalen Kärnten, wo die Zahl der Einbürgerungen um fast 60 Prozent auf 358 gestiegen ist. In Salzburg wurden ebenfalls 358 neue Staatsbürgerschaften vergeben (- 14 Prozent), in der Steiermark 328 (- 15 Prozent) und im Burgenland 85 (- 12 Prozent). Elf Neo-Österreicher wohnen im Ausland.

Einbürgerungen "im öffentlichen Interesse"

16 Einbürgerungen hat die Regierung per Ministerratsbeschluss durchgeführt, weil sie angeblich im öffentlichen Interesse standen (im Gesamtjahr 2009 waren es 40). Diese Praxis hatte für Debatten gesorgt, als im Jänner bekannt wurde, dass der Chef der Kärntner Freiheitlichen, Uwe Scheuch, einem russischen Investor im Abtausch für ein Investment in Kärnten und eine Parteispende die österreichische Staatsbürgerschaft verschaffen wollte. Die Staatsbürgerschaft sei "no na part of the game", sagte Scheuch in einem per Tonband mitgeschnittenen Gespräch. Der Deal kam jedoch nicht zustande.

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