Einsparungen: Klug 
gibt Heeres-Alarm

ÖSTERREICH-Interview

Einsparungen: Klug 
gibt Heeres-Alarm

Bis jetzt war Gerald Klug der Sonnyboy der Regierung, führte in Beliebtheits-Rankings, feierte gerade 17 Medaillen bei Olympia.

Seit dieser Woche aber ist Feuer am Dach: Fast überfalls­artig gab Klug bekannt, dass das Bundesheer 45 Millionen Euro einsparen muss.

Der Minister hatte lange gegen dieses Spardiktat des Finanzministers gekämpft – doch der blieb hart. Jetzt sieht Klug „das bisherige alte Heer am Ende“.

Kurzfristig will er keine neuen Hubschrauber und keine neuen Fahrzeuge mehr kaufen, keine Kasernen mehr renovieren, Manöver kürzen.

Doch ab 2015 kündigt er im ÖSTERREICH-Interview eine „Totalreform“ an. Den einfachsten Weg – die Eurofighter zurückschicken – lehnt Klug überraschend ab.

Die FPÖ wird am Montag den Nationalen Sicherheitsrat wegen „Gefahr in Verzug“ einberufen, Klug plane das „Begräbnis des Heeres“, ein „Dienstbetrieb sei nicht mehr möglich“.
 

Klug: "Jetzt kommt die Totalreform"

ÖSTERREICH: Sie haben gesagt, das Heer sei so nicht mehr finanzierbar. Warum?
GERALD KLUG: Alle Ressorts müssen bei den Ermessensausgaben einen Sparbeitrag liefern. Bei uns sind das etwas mehr als 45 Millionen Euro. Wir müssen kurzfristig sparen – ausgenommen sind lediglich der Grundwehrdienst und unsere Friedensmissionen.

ÖSTERREICH: Ihre Worte waren: Wir sind am Boden des Fasses angekommen. Das heißt?
KLUG: Ich habe mich deshalb so drastisch ausgedrückt, weil wir aus Zeitdruck gezwungen waren, Einsparungen durch Auflösung der Rücklagen zu finanzieren. Alle Rücklagen sind aufgebraucht. Daher führt an strukturellen Maßnahmen und einer Gesamtreform kein Weg mehr vorbei. Gemeinsam mit dem Generalstab werde ich bis Sommer Vorschläge für eine strukturelle Neuausrichtung des gesamten Heeres erarbeiten.

ÖSTERREICH: Gibt es da Tabus?
KLUG: Bis auf den Katastrophenschutz, unsere Friedensmissionen und den neuen Grundwehrdienst steht alles auf dem Prüfstand.

ÖSTERREICH: Wäre es nicht klug, die Eurofighter aus Kostengründen zurückzuschicken?
KLUG: Die SPÖ hatte nicht immer Freude mit den Eurofightern. Tatsache ist, dass die Luftraumüberwachung ein Teil unserer Aufgaben ist. Jetzt ist der Flieger da, die Infrastruktur ist auf ihn ausgelegt. Jetzt müssen wir damit arbeiten.

ÖSTERREICH: Heißt also Ja zu den Eurofightern?
KLUG: Aus meiner Sicht ist dazu nicht mehr zu sagen.

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