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Elite-Soldaten auf Tschad-Einsatz vorbereitet

Nichts für Weicheier

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Elite-Soldaten auf Tschad-Einsatz vorbereitet

Die Spezialeinsatzkräfte des österreichischen Bundesheers durchlaufen für den Tschad-Einsatz ein einsatzspezifisches sechs- bis achtwöchiges Vorbereitungstraining. Sie werden auf die extreme Hitze und den Umgang mit der anderen Kultur vorbereitet, so Jagdkommando-Kommandant, Oberstleutnant Rudolf Weissenbacher.

Österreich beteiligt sich mit 160 Soldaten an der EU-Mission zum Schutz der hunderttausenden Flüchtlinge an der Tschad-Grenze zum Sudan.

Mehr zum Jagdkommando

Unwirtliche Gegend
Die rund 50 Soldaten des Jagdkommandos - das Herzstück des österreichischen Kontingents - sind speziell auf den Einsatz im zentralafrikanischen Land vorbereitet. Sie haben trainiert, wie sie sich in dem heißen und trockenen Klima bewegen und bekleiden. So müssen sie ihre Schutzbekleidung immer anhaben, um Hautkontakt mit der aggressiven Sonneneinstrahlung und Insektenstiche zu vermeiden.

Zur ständigen Ausrüstung gehören eine Kopfbedeckung und der Mundschutz zum Schutz der inneren Organe vor Staub, so Weissenbacher.

Spezielle Diät
Am Speiseplan des Jagdkommandos steht leichte Kost, die man mehrmals am Tag in kleinen Portionen zu sich nehmen muss. Die Nahrung ist auf die Klimazone ausgerichtet und beinhaltet viel Obst, Gemüse und mageres Fleisch. Ganz wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr, Mindestmenge sind laut Weissenbacher sechs Liter am Tag.

Auf die extreme Hitze werden die Soldaten "mental" vorbereitet. Fast alle haben Erfahrungen mit ähnlichen klimatischen Verhältnissen, wie sie im Tschad herrschen. "Viele von uns waren in Afghanistan", so der Kommandant.

Freie Wildbahn
Zur Vorbereitung gehört auch die Orientierung mit GPS und Kompass, Landkarten gebe es keine.

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Keine Verbrüderung
Die Elite-Soldaten durchlaufen zudem einen theoretischen Unterricht über Kultur und Bevölkerung des Tschad. Der Umgang mit Einheimischen und Flüchtlingen wird bei Rollenspielen gelernt. Die notwendigsten Vokabel in Französisch werden in einem Crashkurs vermittelt, wobei Kontakt mit Flüchtlingen und der Bevölkerung gemieden werden soll, um nicht den Anschein zu erwecken, dass man Partei ergreife, so Weissenbacher. Etwa 20 Prozent der Soldaten haben bereits Französischkenntnisse.

Kindersoldaten meiden
Thema bei den Vorbereitungen ist auch das Problem der Kindersoldaten. In erster Linie versuche man, solchen Situationen auszuweichen und einfach davonzufahren, wenn sich ein Kontakt mit Kindersoldaten abzeichnet, erklärt Weissenbacher. Sollte es trotzdem zu einem Zusammentreffen kommen, setzten die Soldaten auf "Deeskalation". Sie zeigen ihre Handflächen, machen sich kleiner und begeben sich auf Augenhöhe mit den Kindern.

Kontakt zur Familie
Für die Angehörigen der Soldaten, die im Alter zwischen 23 und 40 sind, gibt es ein eigenes Programm. Sie werden ständig informiert und betreut. Alle sechs bis acht Wochen können die Angehörigen beim Jagdkommando in Wiener Neustadt per Satellitentelefon Kontakt mit den Soldaten aufnehmen. Mit den Handy kann man in den Tschad nicht telefonieren, weil es kein Roamingabkommen mit Österreich gibt. Briefe hingegen "gehen immer", so Weissenbacher.

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