28. Juli 2010 17:19
Die Hammerhitze der letzten Wochen hat Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner
zugesetzt. In der Justizanstalt, wo Elsner seit über 3,5 Jahren in U-Haft
sitzt, hatte tagelang es 40 Grad plus. Ohne nonstop am Sauerstoffgerät zu
hängen, kam Herzpatient Elsner in der Nacht gar nicht mehr zu Ruhe. Letzten
Freitag am Vormittag hatte sich der Gesundheitszustand derart
verschlechtert, dass der Chef der Krankenstation in der Justizanstalt
Josefstadt nur mehr einen Ausweg sah: Helmut Elsner noch vor dem Wochenende
ins Wilhelminenspital zu überstellen.
Wieder im Spital.
Zu groß war die Gefahr, dass Herz oder Nieren
plötzlich komplett versagen. „Seine Nierenfunktion hat sich sehr
verschlechtert. Mein Mann wurde jetzt in den letzten Tagen extrem
entwässert. Außerdem werden neue Untersuchungen gemacht “, erzählt Ruth
Elsner besorgt.
Tatsache ist: Die Abständer der Krankenhausaufenthalte werden immer kürzer.
Erst im Mai wurde Elsner fast zwei Wochen lang von Professor Kurt Huber im
Wilhelminenspital wegen Herz- und Niereninsuffizienz behandelt. Dazwischen
wurde Elsner auf der Krankenstation der Justizanstalt medizinisch versorgt.
Trotzdem haben die neuerlichen Medizin-Checks jetzt schon gezeigt: Die
Nierenfunktion des prominenten Patienten ist in den letzten zwei Monaten
schwächer geworden.
Neues Attest muss bis 15. August fertig sein
Erst vor wenigen
Wochen konnte Elsners neuer Anwalt Jürgen Mertens einen ersten kleinen
Erfolg vor dem Oberlandesgericht Wien erreichen.
Die Folge: Das Gericht lässt nun ein neues medizinisches Gutachten über
Helmut Elsner erstellen. Bis 15. August muss das Attest fertig sein. Dann
werden die Richter entscheiden, ob Elsner aus der U-Haft entlassen wird,
weil keine Fluchtgefahr mehr besteht.
„Ich hoffe, dass die Richter sobald sie das Gutachten vorliegen haben,
schnell entscheiden werden. Denn auch die Wartezeit bis dahin ist maximaler
Stress für meinen Mann und auch für die ganze Familie“, so Ruth Elsner.
Ursache für die permanente Verschelchterung des Gesundheitszustandes , ist
der Stress in der U-Haft. Wäre Elsner in „normalen“ Strafvollzug, wäre der
Ex-Bawag-Chef wahrscheinlich schon längst für haftunfähig erklärt. Aber das
gibt es in der U-Haft nicht.
Das Interview mit Ehefrau Ruth Elsner:
ÖSTERREICH: Frau Elsner, wann haben Sie erfahren, dass Ihr
Mann wieder ins Wilhelminenspital überstellt wird?
Elsner:
Mein Mann hat in den letzten Wochen sehr unter der extremen Hitze gelitten.
Im Gefängnis gibt auch keine großen Fenster zum Lüften. Bei meinen letzten
Besuchen hat er sehr über seine geschwollenen Beine geklagt. Er war
kurzatmig und musste nonstop am Sauerstoffgerät hängen.
ÖSTERREICH: Sie haben Beschwerde gegen die Ablehnung des
Enthaftungsantrag eingelegt. Das Oberlandesgericht hat ein neues Attest in
Auftrag gegeben. Ist es fertig?
Elsner: In welchem Stadium
sich das Gerichtsgutachten befindet, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, bis
am 15. August muss es beim Oberlandesgericht Wien eingelangt sein. Ich
hoffe, dass es dann schnell zu einer Entscheidung kommt, denn das Warten ist
auch maximaler Stress für meinen Mann.
ÖSTERREICH: Wie geht es Ihrem Mann jetzt?
Elsner:
Er wurde in den letzten Tagen massiv entwässert. Außerdem wurden neue
medizinische Tests an Herz und Niere durchgeführt.
ÖSTERREICH: Kennen Sie schon die Ergebnisse?
Elsner:
Bis jetzt weiß ich nur, dass sich die Nierenfunktion seit dem letzten
Aufenthalt verschlechtert hat.
ÖSTERREICH: Glauben Sie, noch an positiven Ausgang?
Elsner:
Mein Mann ist schwer krank. Im Gefängnis wird sich seine Gesundheit nicht
besser. Deswegen hoffe ich, dass die U-Haft endlich beendet wird.