Eltern fordern Superschulen

Befragung

© Niesner

Eltern fordern Superschulen

741.500 Fragebögen hat SP-Bildungsministerin Claudia Schmied an die Eltern von Österreichs Schülern verteilen lassen. Heute Vormittag werden die Ergebnisse präsentiert – die ÖSTERREICH in der Tendenz schon vorliegen. Ausgeteilt worden waren die Bögen Mitte November an allen 4.948 Pflichtschulen. Mehr als 140.000 ausgefüllte Fragebögen gingen bis vor wenigen Tagen wieder beim Bildungsministerium ein. Abgefragt wurde die Schmied’sche Variante der „Tagesbetreuung Neu“ (siehe rechts): Freiwillige Nachmittagsbetreuung mit Freizeitaktivitäten, aber auch ergänzender Unterricht. Davon gibt es derzeit bundesweit nur 4.000 Plätze.

Spektakuläres Ergebnis: Bedarf an 100.000 Plätzen
Das Ergebnis ist spektakulär: Die Befragung ergab jetzt einen Bedarf von über 100.000 zusätzlichen Plätzen. Schmied selbst will sogar eine Aufstockung auf 200.000. Damit soll erstmals qualitativ hochwertige Betreuung für die Kinder garantiert werden. Hintergrund: Derzeit gibt es lediglich rund 140.000 Nachmittagsbetreuungsplätze in Schule und Hort – dort werden die Schüler allerdings lediglich beaufsichtigt und nicht schulisch gefördert.

Kosten von bis zu 170 Mio. Euro jährlich
Die Kosten einer Anhebung von derzeit 4.000 auf 200.000 Plätze sind beträchtlich: rund 170 Mio. Euro jährlich. Die Zusicherung von VP-Finanzminister Josef Pröll ist Schmied aber gewiss. Dieser hatte zuvor in ÖSTERREICH bestätigt, dass er die nötigen Mittel zur Verfügung stellen wolle, „wenn Bedarf besteht“.

Im Gegensatz zum Lehrerstreit vom Vorjahr (zwei Stunden mehr Unterricht für Lehrer) hat die Bildungs-Chefin auch sofort Rückendeckung von Kanzler Werner Faymann. Die benötigt sie auch – für das neue Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrer: Die künftigen Pädagogen sollen den personellen Part der erweiterten Nachmittagsbetreuung übernehmen – im Gegenzug für diverse Gehaltszuckerl.

Die VP-nahe Lehrergewerkschaft legt sich quer: Statt höherer Unterrichtsverpflichtung will sie mehr Lehrer einstellen. In einem früheren Gespräch mit ÖSTERREICH hatte Schmied damit gedroht, die Umfrageergebnisse gegen die Gewerkschaft einzusetzen: „Mir ist fast jedes Mittel recht, um hier mehr Druck zu machen.“Stefan Knoll

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