Ende der Erbschaftssteuer nützt vor allem Reichen

Ab 1. August 08

Ende der Erbschaftssteuer nützt vor allem Reichen

Wird mit der Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer der Mittelstand entlastet, wie ÖVP und Wirtschaftskammer behaupten? Oder profitieren ab 1. August vor allem die Reichen, wie SPÖ und Gewerkschaft glauben machen wollen? Ein Blick auf die Steuerstatistik des Finanzministeriums zeigt, dass beides stimmt: Bei zwei Drittel der Steuerpflichtigen ging es im Vorjahr nicht um Reichtümer, sondern um Vermögen bis zu 7.300 Euro. Sie zahlten im Durchschnitt nur 144 Euro pro Fall. Am stärksten profitieren aber naturgemäß die wenigen Millionenerben.

Kleine Erbschaften
Im Vorjahr hat die Erbschafts- und Schenkungssteuer insgesamt 111,5 Mio. Euro erbracht. Die unteren zwei Drittel der Steuerpflichtigen erbrachten nicht einmal zehn Prozent der Einnahmen: 66.099 Betroffene mit einem Erbe bzw. einer Schenkung von maximal 7.300 Euro zahlten 9,5 Mio. Euro, also durchschnittlich 144 Euro. Bei vielen war das Erbe so niedrig, dass abzüglich der Freibeträge gar keine Steuer mehr fällig war, sondern nur Grundsteuer für vererbte Liegenschaften zu entrichten war.

Große Vermögen
Die große Masse des Steueraufkommens wurde von jenen geleistet, die Erbschaften und Geschenke zwischen 7.300 und 109.500 Euro zu versteuern hatten. Diese 35.733 Personen haben 63,3 Mio. Euro an Erbschafts- und Schenkungssteuer abgeführt - durchschnittlich 1.772 Euro pro Fall. Deutlich stärker spüren wird das Ende der Erbschaftssteuer die Gruppe zwischen 109.500 und einer Mio. Euro: Diese 1.219 Steuerfälle haben im Vorjahr 29,9 Mio. Euro gebracht, im Schnitt 24.523 Euro.

Millionenerben
Individuell am stärksten profitieren wird von der Abschaffung allerdings naturgemäß die überschaubare Gruppe mit einem "steuerpflichtigen Erwerb" von über einer Million Euro. Im Vorjahr waren das 24 Erbschaften und Schenkungen, die 8,8 Mio. Euro an Steuern einbrachten. Wäre die Erbschafts- und Schenkungssteuer schon 2007 gefallen, hätte sich jeder aus dieser Gruppe durchschnittlich 366.186 Euro erspart.

Allein die fünf größten Fälle - vier Erbschaften und eine Schenkung im Wert von jeweils über 4,38 Mio. Euro - haben der Staatskasse im Vorjahr 4,9 Mio. Euro gebracht. Noch extremer war das Verhältnis im Jahr 2006: Damals brachten die größten vier Erbschaften 23,5 Mio. Euro, das entspricht einem Viertel der Gesamteinnahmen.

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