Ende der Trennung bei Lehrerausbildung

Hauptschule vs. AHS

Ende der Trennung bei Lehrerausbildung

Bis Jahresende sollen die Grundzüge der neuen Lehrerausbildung in Österreich feststehen. Dieses Ziel gaben Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) am Donnerstag bei einer Diskussion im Rahmen einer Tagung zur "Forschung der Wirksamkeit von LehrerInnenbildung" in Salzburg vor. Sie legten dabei ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Ausbildung für alle im Lehrberuf tätigen Personen ab. Die Differenzierung zwischen Hauptschul- und AHS-Lehrer werde - auch unter Hinblick auf die geplante Mittlere Reife - fallen, meinte Schmied.

Entscheidend sei, dass es sich um eine Ausbildung auf tertiärem Niveau handle, in die auch die Frühkindpädagogik miteinbezogen werde, sagte Schmied. Gemeinsames Ziel sei, dass die neue Ausbildung noch in dieser Legislaturperiode starte. Gleichzeitig müsse man auch an einem neuen Dienst- und Besoldungsrecht arbeiten. Noch ist der künftige Weg zum Lehrerberuf allerdings recht unkonkret.

"Sowohl Pädagogische Hochschulen als auch Universitäten haben ihre Stärken. Wir brauchen beide", meinte Karl. Sie stellt sich vor, dass der Bund Qualitätskriterien vorgibt, die konkreten Kooperationen zwischen den beiden derzeit für die Lehrerbildung zuständigen Institutionen aber vor Ort entwickelt werden. Diese Kooperationen könnten von Standort zu Standort unterschiedlich sein, meinte die Wissenschaftsministerin: "Es wird kein starres Korsett geben." Überlegt wird ein Akkreditierungssystem für die Angebote. Am Ende des Weges könnten auch Pädagogische Universitäten stehen, meinte Schmied.

Die Differenzierung zwischen Hauptschul- und Gymnasiallehrer wird fallen: "Es gibt kein Argument mehr, warum man in der Ausbildung differenzieren soll, wenn wir in Richtung Mittlere Reife gehen", sagte Schmied. Gedacht ist im Rahmen der Lehrerausbildung an einen gemeinsamen pädagogischen Kern für alle, Differenzierung über Schwerpunktsetzungen und eine fachwissenschaftliche Ausbildung. Ziel ist es, eine Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Stufen zu erreichen. So sollte ein Volksschullehrer irgendwann mit weiterführenden Ausbildungsmodulen an ein Gymnasium wechseln können, meinte Karl.

Einig sind sich die Ministerinnen darüber, dass es ein Aufnahmeverfahren für den Lehrerberuf geben wird. "Wir wollen nur die besten und motiviertesten Lehrer im Klassenzimmer", sagte Karl. Eine Eingangsphase, bei der auf Eignung und Neigung geachtet werde, sei im Interesse aller Beteiligten, erklärte auch Schmied.

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