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Entscheidungs-Woche für Niko Pelinka

Protest-Video

Entscheidungs-Woche für Niko Pelinka

Diese Woche will ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz seinen neuen Büroleiter bestimmen. Sein Favorit bleibt weiterhin der ehemalige SPÖ-Stiftungsrat Nikolaus Pelinka. Der Widerstand der ORF-Mannschaft gegen diese Bestellung nimmt aber nicht ab. Im Gegenteil: Nachdem die ORF-Inforedakteure Pelinka via offenen Brief aufgefordert haben zurückzuziehen, drehen sie nun ein Video: 50 ORF-Mitarbeiter verlesen darin Proteste gegen „Postenschacher“ und Pelinka. Am Montag soll das Video via Twitter und YouTube on air gehen.

Betriebsrat verzögert weiter Kandidaten-Hearing
Zudem zögert der ORF-Betriebsrat weiterhin die Kandidaten-Hearings für den Wrabetz-Büroleiterjob hinaus. Die Betriebsräte bestimmen die Jury. Danach können dann noch die Redakteurssprecher die Jury-Mitglieder beanstanden, um weitere Zeit zu gewinnen.

Diashow Kurz-Biografie: Das ist Niko Pelinka

Kurzbiografie

Nikolaus "Niko" Pelinka, 25, ist der Sohn von NEWS-Chefredakteur Peter Pelinka. Er wurde 1986 in Wien geboren. Nach Matura und Zivildienst studierte er politische Kommunikation an der Donau-Uni Krems. Er war unter anderem in seiner noch jungen Karriere parlamentarischer Mitarbeiter von Andreas Schieder und Pressesprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Zur Zeit ist er Mitglied im ORF-Stiftungsrat und Sprecher des dortigen "SPÖ-Freundeskreises". Das sorgt nun für Wirbel.

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Hier ist sein Vater: In der Wiener Wochenzeitung "Falter" kündigte er an: Sollte sein Sohn es "ernsthaft wagen, bei der Besetzung seiner ORF-Diskussionsrunden zu intervenieren", so Peter Pelinka, "dann hau ich ihm persönlich eine Watschen runter".

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Zur Zeit tobt ein Aufstand im ORF...

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... Redakteure wehren sich gegen die Bestellung von Pelinka zum neuen Büroleiter von ORF-Boss Alexander Wrabetz.

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Mit einer Unterschriftensammlung machen die Redakteure ihrem Unmut Luft.

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Am Ende des Streits zieht Pelinka seine Bewerbung zurück.

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Immerhin wollte Wrabetz ursprünglich das Hearing am Montag abhalten.
Am 20. Jänner findet schließlich die ORF-Stiftungsratssitzung statt, in der einige Aufsichtsräte eine Resolution einbringen wollen, wonach Stiftungsräte nicht mehr sofort in ORF-Topjobs wechseln können.

Wrabetz will diese Resolution unterstützen – allerdings würde sie erst nach der Sitzung effektiv werden. Daher möchte er Pelinka davor bestimmen. Im ÖSTERREICH-Interview erklärt ZiB-Moderator Tarek Leitner, dass die ORF-Redakteure Pelinka „nicht akzeptieren werden. Wir haben noch die Hoffnung, dass er es nicht werden muss.“
Der ORF-Betriebsrat würde ihm Fall der Bestellung von Pelinka jedenfalls umgehend vor dem Arbeitsgericht klagen, da Pelinka noch vor der Ausschreibung des Posten als Wunschkandidat bezeichnet wurde. Wrabetz hat seiner Mannschaft jedenfalls „korrekte Hearings“ versprochen. Na dann.

 

ÖSTERREICH: Die ORF-Redakteure haben einen Brief geschrieben, in dem sie Pelinka aufgefordert haben, auf den Büroleiterjob zu verzichten. Warum?
Tarek Leitner: Wir wollen Pelinka in seinen Zweifeln bestärken, dass er zurückziehen soll. Er muss ja gewisse Zweifel haben, da er in Interviews gesagt hat, er habe dem Generaldirektor seinen Rücktritt angeboten.

ÖSTERREICH: Ist der Büroleiter-Job nicht ein machtloser Posten?
Leitner: Wir haben den Eindruck, dass der Posten eine sehr wichtige Funktion hat: Der Büroleiter soll unter anderem auch Interessen des ORF nach außen vertreten.

ÖSTERREICH: Aber warum ist Pelinka für Sie die falsche Wahl?
Leitner: Für den ORF ist Glaubwürdigkeit essenziell wichtig. Wir haben unsere Unabhängigkeit zurückgewonnen. Wenn ein anderer Eindruck erweckt wird, wäre das schlecht. Dreiviertel der ORF-Mannschaft hat gegen diese Besetzung unterschrieben. Das ist ein Zeichen, dass man hier einen Schritt zu weit gegangen ist, den wir nicht akzeptieren können.

ÖSTERREICH: Und wenn es doch 
Pelinka wird?
Leitner: Wir haben noch Hoffnung, dass er es nicht werden muss und es einen Ausweg gibt. Falls er es doch wird, werden Redakteursrat und Betriebsrat dagegen juristische Schritte ergreifen. Und es wird weitere Protestmaßnahmen der ORF-Redakteure geben.

Autor: Isabelle Daniel
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