13. März 2010 14:21
Die Staatsanwaltschaft (StA) am Landesgericht im obersteirischen Leoben
ermittelt gegen Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und deren
Kabinettschef Georg Krakow wegen Amtsmissbrauch. Dies bestätigte nun
Staatsanwalt Gunther Kirschenhofer. Die Angelegenheit sei nach einer Anzeige
von der Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft Mitte 2009 an die
Oberstaatsanwaltschaft Graz und im Herbst an Leoben weitergegeben worden, so
der Sprecher.
Die Erhebungen gegen die Justizministerin und frühere Richterin im
BAWAG-Prozess, Claudia Bandion-Ortner, sowie deren Kabinettschef und
Ex-BAWAG-Chefankläger Georg Krakow und die Untersuchungsrichterin Gerda
Krausam - ebenfalls in der Causa BAWAG tätig - waren wegen mutmaßlichen
Amtsmissbrauchs im Fall Helmut Elsner eingeleitet worden. Auslöser waren
Sachverhaltsdarstellungen, die Elsners Anwälte Mitte 2009 eingebracht
hatten. Elsner beklagte darin laut "profil" die Begleitumstände seiner
Verhaftung, die angebliche Unterdrückung entlastender Beweismittel, die
Behandlung von Investmentberater Wolfgang Flöttl vor und während des
Prozesses, vor allem aber das Desinteresse von Ankläger und Richterin, den
Verbleib des BAWAG-Vermögens zu untersuchen.
Kirschenhofer zufolge sei die Angelegenheit in Leoben, um jeden Anschein
einer Befangenheit der Justizbehörden zu vermeiden. Bandion-Ortner und
Krakow haben der zuständigen Leobener Staatsanwältin Christina Jilek Ende
Dezember schriftliche Stellungnahmen zu den Vorwürfen abgeben. Darin würden
laut dem Magazin zufolge jegliche Verfehlungen bestritten, es gelte die
Unschuldsvermutung. Dass dabei von der StA Druck ausgeübt werden musste,
bestätigte Kirschenhofer nicht. Es sei um die Stellungnahmen ersucht worden,
mehr nicht. Er rechne mit einem Vorliegen einer Entscheidung bis zum Herbst.