Euro-Bailouts: Unbehagen in Österreich

Schuldenkrise

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Euro-Bailouts: Unbehagen in Österreich

Reaktionen auf die Hilfspakete für Euroländer schwanken in Österreich zwischen offener Ablehnung und leiser Missbilligung. Die FPÖ forderte die Teilung der Eurozone in einen Hartwährungs- und einen Weichwährungsbereich, für das wirtschaftsliberale Hayek-Institut ist Irland trotz seiner Wirtschaftspolitik in die Bredouille gekommen.

Steuerzahlende Mittelschicht "abgezockt"
Für Buchautor Gerald Hörhan sind von den Rettungspaketen "die Reichen und die Armen nicht betroffen". Würden die Garantien schlagend, werde vielmehr die steuerzahlende Mittelschicht "zur Rettung des Euro abgezockt". Hörhan ist Autor des kürzlich erschienenen Buches "Investment Punk - Warum ihr schuftet und wir reich werden".

Pröll: Keine Ausweitung des Rettungsschirms
Zurückhaltend ist man im österreichischen Finanzministerium zu Überlegungen einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms. "Es gibt keinen Vorschlag für eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirm, der jemals auf europäischer Ebene diskutiert wurde ", sagte der Sprecher von Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), Harald Waiglein, am Freitagnachmittag im Gespräch mit der APA. Es gebe keine Erfordernisse dafür, weil der Rettungsschirm genügend ausgestattet sei. Im Bezug auf Portugal sagte Waiglein: "Jedes Land, welches die Erfordernisse erfüllt, kann einen Antrag auf Hilfe stellen".

FPÖ: "Portugal sucht als nächstes an"

Für FP-Budgetsprecher Alois Gradauer ist die geplante finanzielle Hilfe für Irland nichts weiter als ein neuerliches Banken-Hilfs-Paket. "Als nächstes wird bald Portugal um Finanzhilfe ansuchen. Das ist ein Fass ohne Boden, und die österreichischen Steuerzahler sollen wieder einmal dafür aufkommen und blechen", sagte Gradauer schon am Donnerstag im Parlament.

Hayek-Institut: Rettungspaket unterminiert Wettbewerbsfähigkeit
Für Barbara Kolm vom marktliberalen Hayek-Institut sind die Fälle Griechenland und Irland nicht vergleichbar. Während Griechenland das Debakel selbst zu verantworten habe, sei Irland eigentlich eine "Erfolgsstory" mit niedrigen Unternehmenssteuern gewesen, das jetzige Rettungspaket unterminiere Irlands Wettbewerbsfähigkeit.

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