Darabos: Eurofighter noch teurer

ÖSTERREICH-Interview

Darabos: Eurofighter noch teurer

„Wir sind startklar“, kündigt SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos kurz vor der offiziellen Eurofighter-Premiere an. Die Probleme mit dem 1,6 Milliarden Euro teuren System seien gelöst. Jedoch muss Darabos mehrere Zusatzausstattungen teuer nachkaufen. Die Schuld dafür liege bei Alt-Minister Platter. In der SPÖ-Krise attackiert Darabos die vielen Kritiker von Kanzler Alfred Gusenbauer: „Die laufende Demontage des Kanzlers geht mir ziemlich auf den Geist.“

ÖSTERREICH: Nächste Woche startet die Luftraumüberwachung mit den Eurofightern offiziell. Wie gut ist das Bundesheer vorbereitet?

Norbert Darabos: Ich habe alles dafür getan, um einen reibungslosen Übergang zu den Eurofightern durchzuführen. Alle Querschüsse sind aus meiner Sicht politisch motiviert und entbehren jeglicher Grundlage. Wir sind startklar.

ÖSTERREICH: Welche Probleme erwarten Sie?

Darabos: Jede Übergangsphase ist eine Herausforderung. Aber wir haben in nur elf Monaten ein hochkomplexes System toll eingeführt. Andere Länder haben dafür Jahre gebraucht. Zuletzt hatten wir bereits einen Klarstand von 60 bis 70 Prozent. Das heißt: fünf bis sechs der acht Jets wären täglich für Luftraumüberwachung und Ausbildung einsatzfähig. Im internationalen Vergleich ist das ein sehr hoher Wert.

ÖSTERREICH: Von wann bis wann ist eine Luftraumüberwachung mit vorerst nur acht Jets möglich – vielleicht nur zu Bürozeiten?

Darabos: Wir haben eine Luftraumüberwachung von acht bis 20 Uhr, aber natürlich auch in der Nacht, falls es zu einem Notfall kommt. Bei einem Einsatz zur Identifizierung eines fremden Flugzeugs steigen ja immer nur zwei Jets auf.

ÖSTERREICH: Sie müssen zahlreiche Jet-Teile nachbestellen, um den Flugbetrieb zu sichern. Wie viel kostet das?

Darabos: Klar ist: Mein Vorgänger Platter hat bei den Verhandlungen über damals 18 Jets den Kaufpreis künstlich unter zwei Milliarden Euro gedrückt. Über die nächsten Jahre müssen wir daher damals stornierte Ersatzteile nachkaufen. Wir erwarten hier eine Größenordnung von rund 110 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten für neue Zusatztanks über rund 15 Millionen Euro, die wir früher weit billiger hätten bekommen können.

ÖSTERREICH: Diese Millionen sind also zusätzlich zum aktuellen Kaufpreis von 1,6 Milliarden Euro zu bezahlen?

Darabos: Ja, das ist Faktum.

ÖSTERREICH: Die SPÖ hat jetzt eine Doppelspitze, die intern heftig kritisiert wird. Wie sehen Sie das?

Darabos: Ich glaube, die Kritiker liegen falsch. Die Doppelspitze ist eine gute und richtige Lösung, auch weil Werner Faymann und Alfred Gusenbauer gut miteinander können. Selbst wenn ich weiß, dass ich mir mit dieser Meinung nicht nur Freunde in der SPÖ mache.

ÖSTERREICH: Kanzler Gusenbauer verliert aber trotzdem fast täglich an Autorität.

Darabos: Ich halte ihn für einen hervorragenden Politiker, der Österreich nach innen und außen gut vertritt. Deswegen geht mir diese laufende Demontage des Kanzlers ziemlich auf den Geist.

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