Experten nennen Strache-Story unglaubwürdig

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Experten nennen Strache-Story unglaubwürdig

ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner hatte den FPÖ-Obmann beim ORF-Sommergespräch mit dem neuen Bild aus der Jugend in die Defensive gedrängt. Es zeigt Heinz-Christian Strache bei einer Veranstaltung der später als neonazistisch verbotenen Wiking-Jugend. Strache sagte, er könne nicht ausschließen, tatsächlich auf dem Foto abgebildet zu sein - und er erzählte seine Geschichte dazu: Er habe am Silvesterabend 1989 an einer Aktion teilgenommen, bei der man Hilfs-Pakete für DDR-Bürger über die damals noch bestehende Grenze geworfen habe. Der deutsche Bundesgrenzschutz habe damals auch seine Personalien aufgenommen.

Haarsträubend
Den Rechtfertigungsversuch Straches hat auch der deutsche Rechtsextremismus-Experte Bernd Wagner gelesen. Und schüttelt den Kopf: "Das ist alles haarsträubender Quark mit Soße", so Wagner zu ÖSTERREICH. Im Dezember 1989 sei die Grenze offen gewesen, viele DDR-Bürger seien nach Westdeutschland gereist. Dafür haben sie von der Bundesrepublik sogar westdeutsche Mark als "Begrüßungsgeld" bekommen.

Grenz-Aufmarsch
Vor dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 habe es immer Treffen und Veranstaltungen von Rechtsextremisten an der Grenze zur DDR gegeben. Der Bundesgrenzschutz habe die Teilnehmer immer von der Grenze weggeschickt. Völlig unglaubwürdig sind für Wagner die Care-Pakete. "Das ist eine absurde Vorstellung, dass in der DDR jemand gehungert hat." Und vor dem Mauerfall hätte auf DDR-Seite niemand nah genug an die Grenze kommen können, die Pakete anzunehmen.

Bernd Wagner (52), leitete die Abteilung Staatsschutz der neuen deutschen Bundesländer und forscht seit 20 Jahren im Bereich Rechtsextremismus. 1997 gründete er das Zentrum Demokratische Kultur.

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