FPÖ-Mann bei Identitären-Demo

Protest gegen Asylheim

© TZ Oesterreich Michele Pauty - APA - Montage

FPÖ-Mann bei Identitären-Demo

Rund 300 Demonstranten gegen ein geplantes Asylheim in der Kirchner-Kaserne Graz sowie rund 90 Gegendemonstranten hatten am Sonntag der Kälte getrotzt und waren auf die Straße gegangen. Probleme gab es laut Polizei nicht, einige Personen wurden zur Identitätsfeststellung kurz angehalten. Unter die Identitären hatte sich "als Privatmann" der dritte Landtagspräsident Gerhard Kurzmann (FPÖ) gemischt.

Nachlesen: Pegida-Gründer jubelt über Strache-Rede

"Offensive gegen Rechts" vor Ort
Zu den eigentlichen Beginnzeiten der beiden Kundgebungen am frühen Nachmittag kamen noch eher weniger Teilnehmer - die Kälte und der eisige Wind dürften wohl einige Manifestanten abgehalten haben. Erst im Laufe von rund zwei Stunden sammelten sich mehr Menschen hüben wie drüben. Der Verkehrsfluss in der Kasernstraße war am Sonntagnachmittag jedenfalls gewährleistet - die Polizei hatte die Demonstranten stadtauswärts gesehen nach rechts (Identitäre) und links (Offensive gegen Rechts) der Fahrbahn getrennt. Zwischen den beiden verschiedenen Kundgebungen lagen rund 100 Meter, die von Beamten der Einsatzeinheit Steiermark abgesichert waren. Ihre Fahrzeuge hatten die rund 70 Polizisten in der Kaserne abgestellt, es waren nur wenige Wachsoldaten zu sehen.

"Islamists not welcome" und Reinhard Fendrich
Den Auftakt machte die Identitäre Bewegung - diesmal hauptsächlich mit Österreich- und Steiermark-Fahnen sowie Bannern mit dem Identitärensymbol vertreten - mit Musik: Rainhard Fendrichs "I am from Austria" wurde gespielt. "Traut's euch rüber" so die Aufforderung via Megaphon an Unentschlossene auf der anderen Straßenseite. Auf Sweatshirts waren Aufschriften wie "Islamists not welcome", auf Transparenten Slogans wie "No way - you will not make Europe your home" und "Unsere USA-Regierung zur Hölle" zu sehen. Dazu wurde u.a. "Faymann raus" skandiert.

Kurzmann "als Privatmann" vor Ort
FPÖ-Politiker Kurzmann betonte auf Journalistenanfragen, er sei "als Privatmann" hier. Erschienen war er mit seiner Lebensgefährtin, die in einem der Mehrparteienhäuser gegenüber der Kaserne wohnt und "besorgt ist". Kurzmann meinte auch, "seit den Ereignissen von Köln wissen wir, dass wir keine gewaltbereiten Ausländer haben wollen. Es geht hier um die Sicherheit der steirischen Bevölkerung", sagte der dritte Landtagspräsident.

"Alerta, Alerta Antifascista"
Etwa hundert Meter weiter südlich, auf der anderen Seite der Kasernstraße, hatten sich zwischen 90 und 100 Manifestanten gegen die Identitären-Demo versammelt. Hier waren zu Beginn der Kundgebung von der Polizei rund ein Dutzend schwarz gekleidete junge Burschen mit Hauben und Kapuzen perlustriert worden. Skandiert wurde hier "Alerta, Alerta Antifascista" und "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda". Auf Transparenten war zu lesen: "Flüchtlinge willkommen!" oder "Staat, Nation, Kapital: Kick it like Panda" zusammen mit einem Bild des bärigen Animationsfilmhelden aus "Kung Fu Panda".

Die Kircher-Kaserne soll laut Vorgabe des Verteidigungsministeriums bis 31. März geräumt werden. Derzeit befänden sich dort noch die Wache, das Ensemble 5 der Militärmusik, Kräfte für den Assistenzeinsatz und Teile des Versorgungsregiments 1, das hauptsächlich in Gratkorn stationiert ist.
 

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