FPÖ ist jetzt der

"A Wahnsinn"

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FPÖ ist jetzt der "Königsmacher"

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat sich am Sonntagnachmittag angesichts der Zugewinne seiner Partei bei der steirischen Landtagswahl über einen "kleinen steirischen Erdrutsch" gefreut. "Um mit Edi Finger junior zu sprechen: A Wahnsinn", kommentierte Vilimsky die sich abzeichnende Verdoppelung der Stimmen und den Einzug in die Landesregierung. Die Politik von Bundesparteichef Heinz-Christian Strache trage auch in den Ländern Früchte, reklamierte der Generalsekretär den Erfolg auch für die Bundespartei.

Laut vorläufigem Endergebnis erreichte die SPÖ 38,4 Prozent (-3,2) und hielt damit die Volkspartei auf Distanz, die 37,1 Prozent (-1,5) auf sich vereinen konnte. Durch die Wahlkarten dürfte der Abstand noch schrumpfen, Platz eins ist den Sozialdemokraten aber sicher. Die Freiheitlichen, die 2005 noch den Landtag verpasst hatten, kamen diesmal auf 10,8 Prozent (+6,3), die Grünen auf 5,3 (+0,5) und die KPÖ auf 4,4 (-1,9), was dank eines Grundmandats für den Verbleib im Landesparlament reichte. Das BZÖ erreichte landesweit 3 Prozent und scheiterte klar.

"Strache-Effekt" Grund für Erfolg
Die FPÖ werde damit auch mitentscheiden, wohin es mit der Landesregierung gehen werde, meinte Vilimsky. Bei der Bildung der Landesregierung würden die Freiheitlichen "eine sehr starke Stimme" haben. Weder SPÖ-Kandidat Franz Voves noch ÖVP-Gegenkandidat Hermann Schützenhöfer wollten eine Koaltion mit der FPÖ ausschließen.

Als Gründe für den Erfolg machte Vilimsky einen "Strache-Effekt" aus. Seit 2005 mache die FPÖ eine stringente Politik und sei ihren Themen treu geblieben, die sie auch in allen Bundesländern umsetze.

Kurzmann freut sich über Mürzzuschlag
Positive Auswirkungen erhofft sich Vilimsky nun auch für die Wien-Wahl in zwei Wochen. Er erwarte "einen guten Rückenwind über den Semmering", die Chancen, in der Bundeshauptstadt die 20 Prozent oder mehr zu überspringen seien damit "mehr als intakt".

Als erster der Granden ließ sich FPÖ-Spitzenkandidat Gerad Kurzmann am Wahlnachmittag im "Warroom" seiner Parteizentrale blicken. Gerade als er bei der Türe hereinkam, vermeldeten Mitarbeiter das Ergebnis für Mürzzuschlag, das erste Resultat einer Stadt: "Plus 9,7 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent". Kurzmann ballte die Faust und zeigte, für ihn eher ungewöhnlich, Emotion. "Wir liegen voll im Wunschbereich". Auch die Funktionäre um ihn rechneten mit einem Landesrat.
 

Interview mit H.C. Strache: "Das ist das Ende der Ausgrenzung."

ÖSTERREICH: Ihre steirische Landesgruppe könnte jetzt zum Königsmacher werden. Wem soll sie in den Landeshauptmann-Sessel helfen – Voves oder Schützenhöfer?

Heinz-Christian Strache: Zuerst einmal ist klar, dass nur wir der Wahlsieger sind – SPÖ und ÖVP wurden abgestraft für ihre Arroganz. Die Grünen stagnieren. Was Koalitionen angeht: Das wird seriös zu verhandeln sein. Eines ist klar: Die Ausgrenzungsstrategie hat jetzt ihr Ende gefunden.

ÖSTERREICH: Wird der Wiener Wahlkampf jetzt so hart wie der steirische? Immerhin haben Ihre Parteifreunde das umstrittene Moschee-Spiel im Wahlkampf verwendet.

Strache: Eines ist klar: Bei den Themen Zuwanderung, Islam und so weiter haben wir die Themenführerschaft und treiben die SPÖ vor uns her. Ich habe aber immer gesagt, dass wir keine Spiele für einen Wahlkampf brauchen.

ÖSTERREICH: Aber offenbar in Wien ein Comic gegen Türken.

Strache: Das ist kein Comic gegen Türken, wir haben nur im Stil von Asterix und Obelix die Wiener Sagen thematisiert.

ÖSTERREICH: Also nehmen Sie Rückenwind aus der Steiermark mit?

Strache: Ich habe immer gesagt, dass wir die absolute Präpotenz und damit die absolute Mehrheit des Wiener Bürgermeisters Häupl brechen werden. Unsere Chancen in Wien, die 20 Prozent zu überspringen, sind besser denn je.

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