Faymann bringt sich am Dachstein in Form

Gipfelwanderung

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Faymann bringt sich am Dachstein in Form

Mit einer Wanderung am Dachstein-Gebirge stimmte sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auf den heißen Budget-Herbst und Wochen der Wahrheit für die SPÖ ein. Für die bevorstehenden Budget-Verhandlungen erwartet Faymann "viele verschiedene Meinungen", aber am Ende "eine Lösung, die gut für das Land ist". Arbeitnehmersteuern dürften nicht weiter steigen, weil Österreich hier schon jetzt eine der höchsten Besteuerungen hat, Banken- und vermögensbezogene Steuern sollen hingegen genauer unter die Lupe genommen werden, wiederholte ein entspannter Faymann seine Positionen am Berg.

Die bevorstehenden Wahlgänge in der Steiermark und in Wien, bei denen Politologen die SPÖ unter Erfolgsdruck sehen und massive Auswirkungen auf die Regierungsarbeit im Bund erwarten, nimmt der Kanzler gelassen. "Die Umfragen sind mal gut, mal weniger gut." Er werde die SPÖ-Kandidaten jedenfalls voll unterstützen, aber "meine Wahl ist 2013", so Faymann. Jeder habe Verantwortung für seinen Bereich.

Faymann verzichtete auf Radlerhosen
Die jüngsten Irritationen mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll und die Attacken des gegenwärtigen Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz gegen die Bundesregierung will Faymann nicht überbewerten. Der Kanzler traf Pröll Freitagabend in Niederösterreich zu einem langen Gespräch bis Mitternacht. "Ich habe zu Erwin Pröll ein gutes Verhältnis, wir werden uns schon zusammenstreiten."

Am Berg zeigte sich der Kanzler unterdessen konditionsstark, trittsicher und auch stilsicher. Anders als sein Vorgänger im Kanzleramt, Alfred Gusenbauer (SPÖ), der bei einer öffentlich zelebrierten Wanderung mit kurzen eng ansitzenden Radlerhosen für mediale Häme gesorgt hatte, erschien Faymann in modischer schwarzer Berghose. Mit Bergführer Herbert Raffalt, dem der Kanzler regelmäßig sein Leben am Dachstein anvertraut, ging es von der Ramsau, mit der Seilbahn auf das Dachstein-Plateau und von dort zu Fuß über den Dachstein-Gletscher auf den Hohen Gjaidstein, einen 2.794 Meter hohen Aussichtsberg mit Blick auf den Hohen Dachstein. Danach zog der Tross wieder runter in die Ramsau zur Einkehr in die Brandalm.

Treffen mit deutschem Alt-Kanzler
Begleitet wurde Faymann von Medien-Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ), mit dem der Kanzler seit Jahren eine enge politische Seilschaft bildet, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, SPÖ-Kommunikationschef Nedeljko Bilalic sowie etlichen Journalisten. Unterwegs gab es überraschte Wanderer - "des ham ma a net alle Tag, dass ma den Faymann am Dachstoan trifft " - und das eine oder andere Foto mit Bergsteigerinnen. In der Ramsau, einer der größten Tourismusgemeinden der Steiermark, verbringt der Bundeskanzler seit vielen Jahren immer wieder Urlaube mit seiner Familie. Was SPÖ-Langzeit-Kanzler Bruno Kreisky sein Mallorca war, das ist Faymann die Ramsau. Hier wandert und klettert er im Dachstein-Massiv, nimmt Auszeit vom Polit-Alltag und bereitet sich dann und wann auf wichtige Reden vor.

Nach dem Pröll-Abend am Freitag und der Bergtour am Samstag geht es am Sonntag für Faymann schließlich nach Mürzsteg. Faymann trifft dort Bundespräsident Heinz Fischer und den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Ab Montag beginnt dann wieder der Polit-Alltag mit Ministerratsvorbesprechungen. Die geplante Verbund-Kapitalerhöhung, die Finanzstrafreform und die Reform der Förderung der Parteiakademien harren noch einer Lösung.

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