08. September 2009 21:26
SP-Kanzler Werner Faymann wurde bei seinem ORF-Sommergespräch in Bregenz
weder durch die Sonne geblendet, noch durch Regen oder quakende Enten
gestört. Die Aufzeichnung des Faymann-Gesprächs fand ja auch nicht wie
ursprünglich geplant auf der Bregenzer Festspielbühne outdoor, sondern im
Bregenzer Festspielhaus indoor statt.
In einem Glaskobel mit Blick auf die Bühne beantwortete Faymann am Dienstag
Abend die Fragen von ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher und Oscar-Preisträger
Stefan Ruzowitzky.
Foto: (c) APA
Der ORF hatte das letzte Sommergespräch - im Unterschied zu den vorherigen
Aufzeichnungen mit den anderen vier Parteichefs – nach diversen Pannen und
einer Intervention verlegt. ORF-Chefredakteur Karl Amon erklärt via
ÖSTERREICH zwar, dass das „stets so geplant war“.
Am
Montag hatte ÖSTERREICH freilich ein E-Mail von Kanzler-Sprecherin Angelika
Feigl veröffentlicht und damit für jede Menge Wirbel gesorgt. Feigl
ängstigte sich in ihrem E-Mail an den ORF um "Wind und Glocken“
oder um „quakende“ Enten während Faymanns Auftritt.
Faymann blieben quakende Enten doch erspart...
Feigl wollte
ihrem Chef offenbar Pannen wie bei Grünen-Vizechefin Maria Vassilakous
TV-Aufzeichnung – starker Regen – oder während BZÖ-Chef Josef Buchers
Sommertalk – ohrenbetäubendes Glockenläuten – ersparen.
Nachdem der ORF vor zehn Tagen das E-Mail erhalten hatte, überlegten sie
gleich eine Verlegung in ein Studio. Vergangenes Wochenende fiel dann die
Entscheidung: Der Kanzler dürfe als Einziger vor Enten fliehen und im
Festspielhaus statt auf der Seebühne befragt werden.
Im Video: Faymann über Claudia Schmieds Vorbildwirkung
Minutiöse Vorbereitung auf den Sommer-Talk
Faymann hatte
sich auch sonst minutiös auf sein erstes ORF-Sommergespräch als Kanzler
vorbereitet. Der Bundeskanzler hat sich Ruzowitzkys Oscar-prämierten Film
„die Fälscher“ ebenso angeschaut wie mehrere Interviews mit dem
Filmschaffenden. Für Faymann war es auch besonders wichtig, Signale in
Richtung verunsicherter Künstler zu setzen – die dem Kanzler bekanntlich
nicht unbedingt in Scharen zu laufen.
Im Video: Faymann gegen die Jugendarbeitslosigkeit
Kampf gegen Arbeitslosigkeit & FPÖ
Und natürlich
erklärte der Bundeskanzler in seinem ORF-Sommergespräch auch, dass er den
Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit und für „mehr soziale
Gerechtigkeit“ als sein primäres Anliegen sehe. Lesen
Sie hier mehr dazu: EU-Kommissar bleibt bei der ÖVP!
Auch seine klare Ablehnung gegenüber der FPÖ machte Faymann noch einmal
klar. Er halte „nichts von Hasspredigern“. Über die E-Mail-Intervention aus
seinem Büro und die Sorgen vor weiteren ORF-Pannen schwieg man sich hingegen
„vornehm“ aus. Dabei wären die Ängste unbegründet gewesen: Während Faymanns
TV-Aufzeichnung strahlte draußen die Sonne bei 24 Grad.
Im Video: Faymann würde Graf am liebsten abwählen
Im Studio mit künstlicher Beleuchtung war es wohl unangenehmer, aber
gänzlich „Enten-frei“...