15. März 2011 23:25

Gegen Atomkraft 

Faymann für ein EU-Volksbegehren

Kanzler tritt für ein Europa ohne Atomkraftwerke ein.

Faymann für ein EU-Volksbegehren
© EPA

"Ich würde ein EU-Volksbegehren, das einen Atomausstieg fordert, unterstützen", ließ Kanzler Werner Faymann am Dienstag im ÖSTERREICH-Gespräch aufhorchen.
Das Instrument der europäischen Bürgerinitiative müsse für die Bevölkerung so unkompliziert wie möglich angelegt werden und man dürfe nicht vergessen, dass man mit der Atom-Lobby "mächtige Gegner" habe.

Auch Faymann sieht die Zeit für einen massiven Wendepunkt im Umgang mit der Risiko-Technik. "Es ist Gebot der Stunde, den Irrweg der Atomenergie zu verlassen", so Faymann am Dienstag nach der Ministerratssitzung.

Und: Er versprach rasche Hilfe für die Menschen in den betroffenen Gebieten: "Wir werden uns in dem Maß aktiv beteiligen, wie es sinnvoll und notwendig ist und von Japan eingefordert wird." Denkbar wäre die Entsendung von Experten für Wasseraufbereitung und Fachleuten im Bereich atomarer Strahlung und deren Bekämpfung vor Ort.

Die drohende Apokalypse in Japan sieht der grüne Abgeordnete Peter Pilz als Anlass, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen: "Die drei AKWs Krsko, Bohunice und Festenheim stehen in unserer unmittelbarer Nähe auf Erdbebenzonen", so Pilz im Gespräch mit ÖSTERREICH. Laut IAEO-Prüfbericht sei Bohunice nie einem Test für ein mögliches Multifunktionsversagen unterzogen worden, wie es in Japan passiert ist. "Wir haben Japan vor der Haustüre", warnt Pilz.

Nationaler Sicherheitsrat tagt nächste Woche
Bereits kommende Woche müsse der Kanzler den Nationalen Sicherheitsrat versammeln. Das sind die Forderungen der Grünen im Detail:

  • Unsere Nachbarn dazu bewegen, alle relevanten Dokumente zu veröffentlichen.
  • Die Abschaltung der gefährlichen AKWs.
  • Österreich müsse sich an den durch das Abschalten entstehenden Kosten beteiligen.
     

Merkel reagiert:
 7 AKWs vom Netz

Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel - © AP Photo/Michael Sohn

So schnell kann’s gehen, wenn Wahlkampf ist: Das AKW Isar 1 an Österreichs Grenze, einer der ältesten und gefährlichsten Meiler in Deutschland, wurde gestern heruntergefahren und am Abend ganz abgeschalten.

Zuerst hieß es, drei Reaktoren stehen vor dem Aus, Dienstag zog die deutsche Kanzlerin Angela Merkel angesichts des strahlenden Fanals von Fukushima endgültig die Notbremse: Nach einem Krisengipfel der Ministerpräsidenten in Berlin gab Merkel bekannt, dass alle bis 1980 in Betrieb genommenen Atomanlagen vorläufig vom Netz genommen werden.

Die vorübergehende Abschaltung betrifft neben Isar 1 die AKWs Neckarwestheim I, Philippsburg I (Baden-Württemberg), Biblis A und B (Hessen), Unterweser (Niedersachsen) und das ohnehin stillstehende Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Zudem bleibt das 1983 ans Netz gegangene und nach Pannen abgeschaltete AKW Krümmel in Schleswig-Holstein vom Netz getrennt.

Merkels Erkenntnis: Der Austritt von Radioaktivität infolge des Erdbebens und des Tsunamis habe gezeigt, dass die Auslegung des Kraftwerks auf die Naturgewalten nicht ausreichend war. Das sei der Grund für ihre aktuelle Entscheidung.

Für den Sicherheits-Check der 17 deutschen Atomkraftwerke wurde ein Fahrplan erstellt: Bis 15. Juni sollen alle gründliche Tests durchlaufen, dann könnte die Entscheidung fallen, welche Werke dauerhaft vom Netz genommen werden. Für Isar 1 und Neckerwestheim 1 wird ein weiterer Betrieb bereits ausgeschlossen, weitere könnten folgen. Merkel: "Sicherheit hat in allen Betrachtungen Vorrang. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen."


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7 Postings
Zillertaler333 meint am 16.03.2011 22:46:43 ANTWORTEN >
Er ist kein schlechtkanzler,sondern ein schamloser korupter feigling,
weil der selber nicht kapiert was er für ein falscher Kanzler war
lebensgefahr-atomstrahlung meint am 16.03.2011 22:02:10 ANTWORTEN >
Volksbegehren ::: Lebensgefahr Atomkraft

BITTE UNTERSTÜTZEN:
http://www.lebensgefahr-atomstrahlung.at/ue/UE%20Lebensgefahr%20Atomstrahlung.pdf

DANKE !
omen meint am 16.03.2011 20:42:14 ANTWORTEN >
die EU wird sich um die forderung von faymann einen dreck scheren .gegen die atom lobby hat er keine chance .wir sind
nettozahler ,und hände falten ,goschn halten !!!!!
karibik7 meint am 16.03.2011 09:32:45 ANTWORTEN >
Endlich mal eine g'scheite Meldung vom unserem Kanzler, aber leider wird diese Idee in ganz Europa nicht durchzubringen sein. Schade.
Können wir es uns bei dieser Bevölkerungsdichte wirklich leisten, dass ganze Landstriche für Jahrhunderte verseucht sind? Kein Lebensraum, kein Agrarland mehr für Generationen! Wahnsinn!
Es ist an der Zeit ernsthaft für alternative Energiequellen einzutreten. Jeder Hausbesitzer sollte eine eigene Energieversorgung haben müssen. Leider sehr schwierig denn
da verdient ja keine Lobby!!!!
momentan_nicht_futzi meint am 16.03.2011 09:14:54 ANTWORTEN >
Solange nicht Eu-Weit was passiert, und/oder ein paar mehr Störfälle oder schlimmeres gemeldet wird, solange werden die anderen Staaten rund um Österreich außer Deutschland u vielleicht Schweiz nicht umdenken und weiterwursteln wie bisher. Denn immerhin geht es um viel Geld, das sie durch Abschalten wieder verlieren. Nur erst wenn man endlich begreift das Geld nicht zum Essen is, wird es bereits zu spät sein!
napoleon meint am 16.03.2011 06:49:23 ANTWORTEN >
Damit es nicht zu G´scheit wird, was dieser SPÖ Bonze von sich gibt,, muß man das wissen, die EU ist kein Boden für demokratische Entscheidungen.
So wie in österreich die Roten mit Volksbegehren und Bürgerinitativen umgegangen sind, wird die Lüge noch lange alles bestimmen können, zum Nachteil für den Einzelnen.
karpfen meint am 16.03.2011 06:25:18 ANTWORTEN >
Muss erst was Schlimmes passieren, damit der Mensch vernüftig wird. Die milliardenschwere Atomlobby (darunter der Schlechtkanzler Schüssel) wird alles tun, um das zu verhindern.
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