Faymann hat Obama eingeladen

ÖSTERREICH

© APA/Fohringer

Faymann hat Obama eingeladen

Heute ab 11.15 Uhr wird Österreichs Kanzler Werner Faymann erstmals mit US-Präsident Obama zusammentreffen. Nach einer Rede Obamas beim EU-USA-Gipfel in Prag und einem Gruppenfoto wird es ein gemeinsames Arbeitsessen geben, bei dem wichtige Themen angesprochen werden:

ÖSTERREICH: Was erwarten Sie sich vom Treffen mit Barack Obama?

Werner Faymann: Ich erwarte mir eine neue Art des Dialoges und der Kooperation zwischen den USA und Europa, den Austausch von Informationen und Maßnahmen für die Wirtschafts- und Finanzkrise. Wichtig ist es jetzt, Signale zu setzen, die wieder Vertrauen schaffen, um den Menschen in den Zeiten der Krise auch Perspektiven aufzuzeigen.

ÖSTERREICH: Wie wichtig waren die bisherigen Beschlüsse Obamas in Europa?

Faymann: Die Beschlüsse der G 20 in London waren ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Krise und ein wichtiger Schritt, um in Zukunft derartige Krisen erst gar nicht entstehen zu lassen. Die globale Dimension wurde erkannt und konkrete Maßnahmen beschlossen. Die Regulierung und die stärkeren Kontrollen der Finanzmärkte sind dringend notwendig. Österreich hat sich seit Beginn der Krise klar dafür ausgesprochen. Jetzt gilt es, diese Beschlüsse rasch umzusetzen.

ÖSTERREICH: Thema NATO: Soll ein Beitritt angestrebt werden?

Faymann: Nein, das ist für Österreich keine Option. Die österreichische Neutralität hat sich bewährt und wird beibehalten.

ÖSTERREICH: Ist Obamas Ansage gegen die Atompolitik ernst zu nehmen?

Faymann: Ja, seine bisherigen Entscheidungen haben gezeigt, dass er bereit ist, neue Wege zu beschreiten und dann konsequent zu verfolgen. Wir sollten ihn dabei unterstützen und gemeinsam für das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen eintreten.

ÖSTERREICH: Werden Sie Obama nach Österreich einladen?

Faymann: Ich habe ihn bereits anlässlich meines Gratulationsschreibens zu seiner Wahl nach Österreich eingeladen.

ÖSTERREICH: Werden Sie den UNO-Sitz in Wien ansprechen und sich dafür starkmachen?

Faymann: Die UNO spielt in der neuen amerikanischen Führung wieder eine positivere Rolle. Ich bin sicher, dass aufgrund der neuen Politik Obamas und der aktuellen Fragen wie Abrüstung der UNO-Standort Wien noch weiter aufgewertet wird.

ÖSTERREICH: Werden Sie die Gelegenheit nützen, um Österreich wieder stärker ins Zentrum internationaler Gipfel zu bringen – z. B. Obama einladen, eine Abrüstungskonferenz mit Medwedew in Wien abzuhalten?

Faymann: Österreich ist aufgrund seiner Neutralität ein idealer Ort des Dialoges. Wir stehen gerne zu Verfügung und bieten dies auch an, wenn es von den Verhandlungspartnern gewünscht wird.

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