Faymann kritisiert Temelin-Ausbau

Tscheche auf Besuch

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Faymann kritisiert Temelin-Ausbau

SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann hat bei einem Arbeitsbesuch des tschechischen Premier Jan Fischer den geplanten Ausbau des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin kritisiert. Die Energiepolitik sei weiterhin das Thema, das "uns seit Jahren am weitesten trennt", erklärte Faymann und betonte Österreichs strikte Ablehnung der Atomkraft nach einem Arbeitsgespräch mit seinem tschechischen Amtskollegen.

Kein Konsens
In der ausführlichen Besprechung des Themas sei man zu keiner gemeinsamen Haltung gekommen. Er habe im Gespräch mit dem tschechischen Premier jedoch klar gemacht, dass "für uns Wasserkraft und erneuerbare Energie Priorität haben, außerdem setzen wir auf das Gaspipeline-Projekt Nabucco", so Faymann. Dass es keine gemeinsamen Ansichten bezüglich der Energiequellen gebe, bestätigte auch der tschechische Ministerpräsident. Die beiden Regierungschefs erklärten aber einhellig, die Gespräche über auftretende Probleme und mögliche Sicherheitsbedenken verbessern zu wollen.

Die Oppositionspartei BZÖ kritisierte Faymanns Äußerungen als "zahnlose 0815-Kritik".

Wirtschaft klappt
Im Vordergrund des Treffens anlässlich des Österreich-Besuchs des tschechischen Premier standen wirtschaftliche Themen. Faymann wie Fischer lobten die vertrauensvollen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern trotz Wirtschaftskrise und Rezession, in deren Rahmen im Jahr 2008 immerhin neun Milliarden Euro umgesetzt worden seien. Der Bundeskanzler zeigte sich besonders über das Vertrauen in die österreichischen Banken und deren tschechische Töchter im nördlichen Nachbarland erfreut.

Autobahnen zueinander
Einig waren sich die beiden Regierungschefs außerdem, dass die Straßenverbindungen zwischen Österreich und Tschechien so schnell wie möglich ausgebaut werden sollen. Über mögliche Änderungen der Streckenführung der Autobahn Wien-Brünn, wie von tschechischen Medien jüngst berichtet, äußerte sich Faymann kritisch: "Wir würden gerne an der geplanten Streckenführung festhalten", erklärte er, denn Änderungen auf tschechischer Seite würden neue Umweltprüfungsverfahren nach sich ziehen und zu gravierenden Verzögerungen führen.

Im Anschluss an das Gespräch mit Faymann traf Fischer Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl sowie Bundespräsident Heinz Fischer. Der parteilose Chef der tschechischen Übergangsregierung führt das Land zu vorgezogenen Wahlen am 9. und 10 Oktober.

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