Festspiel-Betrüger: Flucht ins Ausland?

Dewitte nach Brüssel

© APA/FRANZ NEUMAYR

Festspiel-Betrüger: Flucht ins Ausland?

Die Vorwürfe gegen ihn seien „Unfug“ und „haltlos“, sagte der gefeuerte Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte, noch vor einer Woche in einem ORF-Interview. Wirklich unschuldige Menschen verhalten sich aber anders.

Seit Tagen ist der Hauptverdächtige im Festspiel-Krimi, in dem es um zwei Millionen veruntreute Euro geht, nicht mehr erreichbar. Und am Freitag platzte die nächste Bombe: Wie ÖSTERREICH aus dem privaten Umfeld Dewittes bestätigt wurde, hat sich der einst mächtige Kulturmanager klammheimlich ins Ausland abgesetzt. Bereits am Donnerstag hat Dewitte Salzburg verlassen – vorerst in Richtung Wien. „Dort hatte er einige halbprivate Termine“, erzählt ein Bekannter. Zu diesen ist er allerdings nicht mehr erschienen.

Flug nach Brüssel?
Am Freitag hieß es dann, Dewitte halte sich mit seiner Ehefrau Yvette in seiner belgischen Heimat auf. Die beiden sollen von Wien aus nach Brüssel geflogen sein. Yvette Dewitte wurde ebenfalls angezeigt, weil sie für zehn Tage Arbeit ein „Gehalt“ von 45.000 Euro kassierte. Für Michael und Yvette Dewitte gilt die Unschuldsvermutung.

Justiz nicht informiert
„Wir wissen davon nichts“, hieß es dazu vonseiten der Staatsanwaltschaft Salzburg am Freitag. Man sehe aber derzeit keinen Grund, über Dewitte die U-Haft zu verhängen. Major Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt Salzburg zeigt sich im ÖSTERREICH-Gespräch verwundert über die Staatsanwaltschaft: „Es gibt noch immer keinen offiziellen Ermittlungsauftrag der Staatsanwaltschaft.“ Am Montag wisse man, wie mit der Anzeige der Osterfestspiele weiter zu verfahren sei, hieß es dazu aus der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Diplomatischer Schutz
Besonders pikant: Dewitte war nicht nur Geschäftsführer der Osterfestspiele, sondern er ist nach wie vor belgischer Honorarkonsul in Österreich. Damit genießt er diplomatischen Schutz – müsste damit also nicht ausgeliefert werden!

Die belgische Botschaft teilte auf Anfrage von ÖSTERREICH mit, dass man den Fall prüfe. Von einer Amtsenthebung Dewittes war aber keine Rede.

Kauf-Inserat für Villa
Die noble Villa des Ehepaars ­Dewitte in der Salzburger Stadtrandgemeinde Elsbethen wird jedenfalls bereits zum Kauf angeboten. Auf der Homepage www.immobilien.net wird das knapp 1.000 Quadratmeter große „moderne Architekturhaus“ um stolze 1,25 Millionen Euro offeriert.

Dem Wert der Villa stehen allerdings hohe Schulden gegenüber. So hat die Bawag Pfandrechte von 1,16 Millionen Euro. Auch der zweite Hauptverdächtige, der ehemalige technische Direktor der Sommerfestspiele, Klaus Kretschmer , hat hohe Schulden.

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