Fischer an US-Eliteuni Harvard

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Fischer an US-Eliteuni Harvard

Österreich habe tiefreichende demokratische Wurzeln und deshalb freue er sich, dass er in diesem Land leben dürfe. Dieses Bild seiner Heimat versuchte Bundespräsident Heinz Fischer am Mittwoch in Boston vor rund 250 im Harvard Forum versammelten Studenten und Intellektuellen zu vermitteln. "Wir machen natürlich Fehler, wir haben unsere Schwächen und Widersprüche, aber wir arbeiten hart an unserer Zukunft, für eine europäische Kooperation und eine friedfertige Welt," sagte Fischer."Wenn ihr nach Europa reist, vergesst Österreich nicht, wir werden Eure Erwartungen erfüllen," rief er den Zuhörern der wohl renommiertesten Kaderschmiede der USA zu.

Über Österreich
Fischer sprach zum Thema "Österreich in einer sich verwandelnden Welt" von 1955 bis 2010. Er vertrete den Standpunkt, sagte er am Vorabend der Rede in New York, man müsse die Vorgeschichte eines Landes kennen, um seine Gegenwart zu begreifen. Die Kompliziertheit der Vergangenheit erläutert er mit seiner eigenen Situation. "Mein Vater wurde 1908 geboren. Er hat immer in Österreich gelebt, aber in fünf verschiedenen Perioden unserer Geschichte, er besaß fünf verschiedene Reisepässe und konnte fünf Nationalhymnen singen."

In seiner Rede spannte der Bundespräsident einen Bogen von der Monarchie über die Katastrophen der Ersten Republik und ihr unrühmliches Ende bis zum Wiedereinstieg in eine "zweite Chance" nach 1945. Er erläutert die Rolle, die Österreich zwischen 1956-1958 und auch 1989 gespielt hat. Erwähnt in der etwa halbstündigen Rede werden die Ära des Bundeskanzlers Bruno Kreisky (1970-83), Österreichs außenpolitisches Profil in der zweiten Republik, der Beitritt zur Europäischen Union, die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und schließlich die gegenwärtige Situation auch mit Bezug auf die Schwierigkeiten, die sich durch den Vertrag von Lissabon ergeben.

Vergangenheitsbewältigung
Ausführlich widmet sich Fischer auch dem Thema Vergangenheitsbewältigung. Er spricht über die vielen Menschen, die 1938 auf dem Heldenplatz von Wien Hitler zujubelten, ohne jene Österreicher zu vergessen, die zur gleichen Zeit verhaftet und in Konzentrationslager abtransportiert wurden, aus politischen Gründen oder weil sie Juden waren, wie sein Schwiegervater. Der Studentenbewegung von 1968 sei es zu verdanken, dass erstmals Fragen über die Nazi-Vergangenheit gestellt wurden. Die Waldheim-Affaire in den 1980er Jahren hätte dieser Diskussion weiteren Auftrieb gegeben. "Man versuchte, die Unterschiede herauszustellen, wer Mitläufer und Handlanger der Nazis war und wer zu den Widerstandskämpfern und Opfern gehörte", so Fischer.

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