Fischer sprach in Rom mit Abbas

Italien

Fischer sprach in Rom mit Abbas

Bundespräsident Heinz Fischer hat am Donnerstag am Rande der Feiern zum 150. Jubiläum der nationalen Einheit Italiens ein ausführliches Arbeitsgespräch mit seinem palästinensischer Amtskollegen Mahmoud Abbas (Abu Mazen) geführt. Dabei ging es um die Bemühungen für eine Stabilisierung in Nahost. "Ich halte Abbas für einen sehr verantwortungsvollen Politiker. Er hat mir seinen Standpunkt zur kommenden UN-Generalversammlung geschildert und erklärt, dass er bemüht ist, einen Friedensvertrag zwischen Palästinensern und den Israelis aufgrund fairer Bedingungen für beide Seiten voranzubringen", sagte Fischer.

Abbas lege Wert darauf, dass die Politik der PLO weiter unter seiner Führung bleibe und dass sich nicht Politiker der Hamas an einer Regierung beteiligen. Das liege im Interesse der Stabilität auf palästinensischer Seite. "Abbas meint, jeder der am Friedensprozess interessiert ist, müsse auch interessiert sein, dass die innenpalästinensischen Konflikte abgebaut werden", erklärte Fischer. Der Bundespräsident sprach in Rom auch kurz mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres und führte ein bilaterales Gespräch mit dem chinesischen Vize-Staatschef Xi Jinping. Dabei ging es um die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und China, die vor genau 40 Jahren aufgenommen wurden.

"Große Freude" für Fischer
Fischer hob die exzellenten Beziehungen zwischen Österreich und Italien hervor. "Italien hat heute seinen 150. Geburtstag groß gefeiert. Es hat mir große Freude gemacht, den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano, den ich sehr schätze, wiederzusehen und ihm zu gratulieren", meinte Fischer, der vor Beginn der großen Militärparade auf den Kaiserlichen Foren von Staatspräsident Napolitano herzlich begrüßt wurde und dann von einer großen Tribüne mit den anderen Staatschefs die Zeremonie verfolgte.

Während sich Italien mit dem Problem der Migration aus Nordafrika auseinandersetzen muss und innerhalb der EU weiterhin die Frage der Wiedereinführung von Grenzkontrollen debattiert wird, verteidigte Fischer das Schengen-Abkommen. "Ich glaube, dass das Schengen-Abkommen eine wichtige Errungenschaft ist, die man nicht einfach über Bord werfen darf. Man darf nicht die Proportionen aus den Augen verlieren. Es flüchten viel mehr Menschen aus Nordafrika in andere afrikanische Länder, als nach Europa", meinte Fischer.

Ehrenzeichen für Franz West

Am Freitag reist der Bundespräsident nach Venedig, wo er den Österreich-Pavillon und weitere Ausstellungen in den Giardini und Arsenale besichtigen wird. Danach wird Fischer dem Wiener Künstler Franz West in Venedig das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verleihen. "Franz West wird morgen von mir das Österreichische Ehrenzeichen bekommen, als Ausdruck, dass ihm die ganze Republik für seine Arbeit gratuliert. Ich bin der Ansicht, dass die Kulturpolitik und die kulturelle Außenpolitik einen großen Stellenwert haben. Für Österreichs Kulturschaffende ist morgen ein großer Tag", meinte Fischer.
 

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