Fix: ÖVP tritt bei Präsidentenwahl an

Kampf um die Hofburg

© TZ ÖSTERREICH/Fuhrich

Fix: ÖVP tritt bei Präsidentenwahl an

Alles läuft topsecret. Für heute, 19 Uhr, hat Josef Pröll seine Landesparteiobleute in die ÖVP-Zentrale gebeten – das wurde ÖSTERREICH gestern mehr­fach bestätigt. Wenn alles nach Plan läuft (und sich die Granden aus Diskretionsgründen nicht noch ein Ausweichquartier suchen), werden sie in der Wiener Lichtenfelsgasse in die strategischen Überlegungen des Parteichefs eingeweiht. Kernpunkt: Der ÖVP-Chef will bei der Bundespräsidentenwahl im Frühjahr mit einem eigenen Kandidaten antreten. Ein ÖVP-Insider zu ÖSTERREICH: „Josef Pröll will bürgerliche Stimmen, die mit Heinz Fischer unzufrieden sind, keinesfalls einem FPÖ-Kandidaten überlassen. Eine staatstragende Partei wie die ÖVP kann es sich einfach nicht leisten, bei der einzigen Direktwahl nicht anzutreten.“

Josef Pröll will Druck auf Faymann erhöhen
Zudem werde Pröll den Druck auf Kanzler Werner Faymann weiter erhöhen: „Der Sepp will der SPÖ keinen Wahlsieg mehr gönnen. Nach den drei letzten Siegen bei der EU-Wahl, in Vorarlberg und Oberösterreich sieht er die ÖVP im Aufwind. Er will Heinz Fischer in eine Stichwahl zwingen – und dort die Stimmen der anderen Kandidaten einsammeln: Das kann für einen VP-Sieg reichen.“

Offen will Josef Pröll noch lassen, mit wem sich die Schwarzen gegen Fischer in die Wahlschlacht werfen. Alle in der Partei rechnen damit, dass Josefs Onkel Erwin sich eine Kandidatur nicht nehmen lassen wird. Doch Josef Pröll ist da in der Zwickmühle.

Alle in der ÖVP rechnen mit Erwin Prölls Antreten
Einerseits wäre Erwin Pröll, wie es OÖ-Landesparteichef Josef Pühringer in ÖSTERREICH ausdrückt, ein „starker Kandidat“. Andererseits könnte ein Erwin in der Hofburg die Kanzlergelüste Josef Prölls dämpfen. Ein VP-Politiker meint allerdings: „Josef wird die Kandidatur Erwin Prölls letztlich akzeptieren.“ Außerdem: Schon werden diskret unter Künstlern und Sportlern Unterstützer gesucht.

Erwin Pröll wird heute beim Treffen fehlen; wann er sich entscheide, sei „offen“, heißt es in seinem Büro. Der ÖVP-Plan sieht aber ohnehin vor, dass der schwarze Kandidat erst aus dem Hut gezogen wird, nach­dem Fischer seine Wiederkandidatur verkündet hat – wohl im November.

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