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Fußfessel: Heute erster Häftling frei

Salzburger in "Heim-Knast"

© TZ ÖSTERREICH

Fußfessel: Heute erster Häftling frei

Jetzt ist es soweit: Am Mittwoch wird der erste Gefangene wie ein freier Mann aus der Justizanstalt Salzburg nach Hause spazieren. Am Bein des Familienvaters, der wegen Betruges verurteilt wurde: Eine Fußfessel, mit der der Straftäter rund um die Uhr kontrolliert werden soll.

So sollen die völlig überfüllten österreichischen Gefängnisse endlich entlastet werden: Bis zu 500 Häftlinge pro Jahr sollen laut Justizministerium künftig ihre Strafe daheim absitzen.

100 Anträge eingegangen
Bereits jetzt sind bei der Justizwache 100 Anträge auf eine Entlassung mit Fußfessel eingegangen – die meisten stammen aus dem Osten des Landes. Und das, obwohl es erst seit dem 1. September möglich ist, dass Straftäter in Österreich auf diese Weise vorzeitig entlassen werden.

Das Gerät, das so groß wie eine Armbanduhr ist, muss permanent am Fuß getragen werden. Ein anderer Sensor in der Wohnung des Häftlings leitet Daten zu dem Zentralcomputer in Wien weiter: Die Beamten wissen dann, ob sich der Täter daheim oder außer Haus aufhält.

Behörden unbesorgt
Allerdings: Mehr kann die Fußfessel eben auch nicht. Insider sagen: Von einer Flucht kann sie bei ihrem derzeitigen Technikstand keinen Gefangenen abhalten, selbst über GPS lässt sie sich momentan nämlich nicht orten. Zwar soll ein Häftling immer auch ein Handy zur Erreichbarkeit mitführen, das notfalls lokalisiert werden könnte. Im Ernstfall allerdings könnte dieses bei einem Fluchtversuch aber auch einfach entsorgt werden. Die zuständigen Behörden geben sich dennoch unbesorgt: „Es handelt sich um eine zeitgemäße Form der Überwachung, und längst nicht alle Gefangenen werden dafür überhaupt in Frage kommen“, sagt Alfred Steinacher von der Vollzugsdirektion.

Elsner bald frei?
Fest steht: Schon am 21. September könnte auch Ex-Bawag-Boss Helmut Elsner mit Fußfessel entlassen werden. „Am Montag ist ein Erhebungsauftrag bei uns eingegangen. Wir werden nun prüfen, ob in seiner Wohnung eine Überwachung möglich ist“, erklärt Andreas Zembaty vom Verein „Neustart“. „Noch war niemand bei uns, aber ich hoffe, sie kommen noch diese Woche vorbei“, gibt sich Ruth Elsner im Gespräch mit ÖSTERREICH voller Hoffnung.

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