Gaddafi-Sohn spricht von

Saharah-Geiseln

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Gaddafi-Sohn spricht von "entscheidender Phase"

Mehr als einen Monat sind die Österreicher Andrea Kloiber (43) und Wolfgang Ebner (51) aus dem Salzburger Hallein bereits in den Händen der Entführer – der Terrororganisation Al Kaida im islamischen Maghreb. Das verlängerte Ultimatum läuft am Ostersonntag zu Mitternacht aus. Mittlerweile soll sich nach Angaben eines malischen Journalisten deren Aufenthalt Richtung Nordosten verlagert haben: in die Oasenstadt Taoudenni (siehe Kasten rechts). Dort wird unterdessen die Lage immer unübersichtlicher: Seit Donnerstag sind bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der malischen Armee und einer Gruppe um Tuareg-Führer Ibrahim Ag Bahanga fünf Zivilisten und drei Soldaten ums Leben gekommen. 33 Militärs wurden entführt.

Plassnik und Haider
Während Österreichs Sondergesandter Anton Prohaska im Auftrag von Außenministerin Ursula Plassnik intensiv darum bemüht ist, auf diplomatischem Weg das Geiseldrama unblutig zu beenden, kämpft nun auch Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider mit seinem Freund Saif al-Islam al-Gaddafi um die Freilassung. „Saif hat mir berichtet, dass er in intensivem Kontakt zu den Entführern steht und sehr optimistisch ist“, so Haider gegenüber ÖSTERREICH (siehe Story rechts). In der malischen Hauptstadt gehen Kenner des Landes davon aus, dass eine Freilassung schlussendlich von Libyen erwirkt wird, und dass Österreich gar nicht direkt mit den Geiselnehmern verhandelt.

Libyen ein wichtiges Wort
Diplomat Anton Prohaska sagt zu ÖSTERREICH: „Tatsache ist, dass Libyen gerade in Mali ein wichtiges Wort bei den Verhandlungen mitredet.“ Zudem traf Präsident Amadou Toumani Touré den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi am Donnerstag in Uganda.

Gaddafi-Connection
Mittlerweile sei auch das Außenministerium an Haider herangetreten. „Man hat mich in Bezug auf die Vermittlungsbemühungen von Saif al-Islam um Informationen gebeten, die ich selbstverständlich weitergegeben habe.“ Saif al-Islam al-Gaddafi ist Vorsitzender der Gaddafi International Foundation of Charitable Associations (GIFCA), einer Stiftung, die 2000 weltweit bekannt wurde durch die Lösegeldzahlungen für die Geiseln, die auf der philippinischen Insel Jolo von Kämpfern der „Abu Sayyaf“ entführt wurden. Ein Jahr später griff sie bei der Befreiung von Mitarbeitern der christlichen Hilfsorganisation Shelter Now aus der Gewalt afghanischer Taliban ein. Auch bei der Freilassung von Urlaubern aus der Gewalt islamischer Extremisten in Algerien 2003 soll Gaddafi junior mitgewirkt haben. Erst heuer wurden in Mali 22 Soldaten mit Gaddafis „Lösegeld-Stiftung“ freigekauft, die von Tuareg-Rebellen festgehalten wurden. Die libysche Politiker-Dynastie ist seit Jahren darum bemüht, sich in der westlichen Welt einem Imagewandel zu unterziehen – von der Diktatoren-Familie zum seriösen Partner.

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