Geheimer Streikplan der Lehrer

ÖSTERREICH

© APA/Schlager

Geheimer Streikplan der Lehrer

Wie ÖSTERREICH erfuhr, haben Österreichs Lehrer-Vertreter bereits Kampfmaßnahmen ausgearbeitet und terminlich fixiert. Das Eskalationsszenario setzt voraus, dass der nächste „Round Circle“ zwischen Bildungsministerin Claudia Schmied und Standesvertretern am Dienstag, 14. April, auch das Ende der Verhandlungen markiert.

Zwar heißt es aus dem Ministerium, dass bis 21. April „aus Respekt vor den Verhandlungen“ nicht an der Umsetzung von Unterrichtsmodellen gefeilt wird. Doch FSG-Gewerkschafter Fritz Auer glaubt, „dass Schmied gerüchteweise einen fixfertigen Gesetzesentwurf in der Tasche hat“. Will heißen, die zwei Stunden mehr Unterricht sind so gut wie beschlussreif.

Streik-Beratung
In diesem Fall treten noch am 14. April abends die Standesvertretungen zusammen. Auer: „Wir werden in den jeweiligen Bundesversammlungen vorbereitete Maßnahmen beschließen. Die Lehrer werden dann über Aussendungen informiert.“

Ab 15. April um 7 Uhr 45 tritt dann die „Operation Nadelstiche“ in Kraft: der Boykott sämtlicher unbezahlter Lehrer-Aktivitäten, auch verharmlosend als Dienst nach Vorschrift bezeichnet. Denn tatsächlich betreffen diese Maßnahmen den gesamten Schulbereich: So fallen etwa die Erarbeitung schulautonomer Lehrpläne darunter, weiters Beratungsgespräche mit Schülern und Eltern, Schulveranstaltungen, Sponsorensuche für Schulveranstaltungen, eLearning-Projekte, Klassenteamsitzungen sowie Sport- und Projektwochen.

Heiße Phase
„Doch die heiße Phase kommt erst“, betont Auer, „denn wir wappnen uns für den Streik am 21. April.“ Jener Tag also, an dem der Schmied-Entwurf den Ministerrat passiert und Finanzminister Josef Pröll sein Budget veröffentlicht. Auer nennt dieses Datum „sehr realistisch“, hält sich aber eine Hintertür offen: „Es ist möglich, dass wir erst später zu Streikmaßnahmen greifen.“

Außerdem hält der rote Gewerkschafter weiter am Plan fest, wegen der monatlichen Einbußen „von bis zu 22 Prozent“ durch den Schmied-Plan die Höchstgerichte anzurufen. Auf der FSG-Homepage hat Auer seine Berechnungen veröffentlicht.

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