General attackiert Spar-Heer

"Besorgniserregend"

General attackiert Spar-Heer

Wie berichtet, plant SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos rigorose Sparmaßnahmen für sein Ressort. Die ÖSTERREICH-Story über die Sparpläne hat nun auch den bisherigen Generalstabschef Edmund Entacher alarmiert: „Ich kenne keine offiziellen Zahlen, aber durch die Schuldenbremse müsste wohl im dreistelligen Bereich gespart werden. Das ist besorgniserregend für das Heer“, sagt Entacher im ÖSTERREICH-Gespräch.
Tatsächlich sind beim Heer einschneidende Sparschritte geplant:

  •  1.000 Jobs weg. Bis 2014 möchte der rote Verteidigungsminister 1.000 Posten einsparen – teilweise durch Nicht-Nachbesetzungen, teilweise durch Verschiebungen in andere Ressorts.
  •  400 Panzer weg. Zudem wird Darabos 400 Panzer (etwa die Hälfte der Bestände) verkaufen, um so auch die Instandhaltungskosten mittelfristig zu senken.
  •  Kasernen weg. Darabos möchte zudem Liegenschaften verkaufen: Bislang hat er so bereits vierzig Millionen Euro lukrieren können, insgesamt möchte er damit 160 Millionen Euro einnehmen.
  •  Heeresspitäler weg. Da­rabos plant zudem laut 19-Punkte-Programmpapier der SPÖ auch, die Heeresspitäler zu schließen. Drei sind betroffen, die bislang kaum ausgelastet waren.

Darabos verteidigt seine Pläne: „Jetzt geht es darum, Einsparungsmaßnahmen unaufgeregt und sachlich zu diskutieren. Das Bundesheer hat bereits zahlreiche Reformen realisiert und auf Schiene gebracht und wird auch weitere umsetzen müssen. Der Verwaltungsbereich wird dabei klar im Fokus stehen.“

 

ÖSTERREICH: Sie befürchten Arges für das Heer, wieso denn?
Edmund Entacher: Wir kennen keine offiziellen Zahlen. Aber wenn die Schuldenbremse kommt, wird es im Bundesheer­bereich Einsparungen im dreistelligen Bereich geben. Und das ist schon sehr besorgniserregend.

ÖSTERREICH: Minister Darabos hat bereits angekündigt, 1.000 Posten einzusparen. Vernünftig?
Entacher: Meine Sorgen über die Einsparungen haben nichts mit den Ankündigungen des Ministers zu tun, sondern mit den generellen Sparzielen. Die Situation bei uns ist ja bereits ziemlich dürr, und wenn dann noch weiter gespart werden muss, wäre das eben besorgniserregend.

ÖSTERREICH: Aber kann man nicht bei Panzern, Liegenschaften, Heeresspitälern sparen?
Entacher: Der Betrieb bei uns ist ja schon stark eingeschränkt. Das Heer hat nur die Möglichkeit, beim Sachaufwand zu sparen. Aber man darf das Bundesheer nicht zu Tode sparen.

Autor: I. Daniel
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