Experte Schilcher

"Gesamtschule so gut wie fix"

Gegenüber ÖSTERREICH hat SP-Bildungsministerin Claudia Schmied im Herbst einen Schulgipfel zur gemeinsamen Schule für alle 10-14-jährigen Schüler angekündigt. Sie will die derzeit geltende 10-Prozent-Hürde für das Pilotprojekt Neue Mittelschule erhöhen.

Zumindest tendenzielle Zustimmung kommt auch von nö. Landes-Chef Erwin Pröll: Er sprach sich im ÖSTERREICH-Interview für eine gemeinsame Schule der 10-12-Jährigen aus. Allein VP-Chef Josef Pröll erweist sich bislang als Bremsklotz der Reform. Er fürchtet nämlich, dass alle Kinder „in einen Topf geworfen“ werden.

"Völlig falsche Vorstellungen"
Bildungsexperte Bernd Schilcher ruft ihn jetzt zur Räson: Pröll habe „völlig falsche Vorstellungen“ von der Neuen Mittelschule, Kern der gemeinsamen Schule sei eine „starke Individualisierung“ des Unterrichts. Und: „An der Gesamtschule führt aus gesellschaftspolitischen Gründen kein Weg vorbei“, so Schilcher zu ÖSTERREICH. Denn bundesweit hätten bereits 17 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Schilcher: „Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Unsere Kinder müssen den Umgang miteinander lernen, und das geht nur in der Schule.“

„Retten, was nicht zu retten ist.“ Kritik übt Schilcher auch am Festhalten an der Unterstufen-Variante des Gymnasiums – etwa durch Erwin Pröll und Spindelegger: „Nur mehr ein Drittel der Schüler beansprucht diese Schulvariante, der überwiegende Rest wechselt in berufsbildende Schulen.“ Das Beharren am „Zwei-Klassen-Schulsystem“ sei nichts anderes als „die uralte Sehnsucht des Bildungsbürgers, etwas zu retten, was nicht mehr zu retten ist.“ Pikant: Schilcher ist VP-Mitglied und Chef von Schmieds Expertenkommission zur Umsetzung der Neuen Mittelschule.

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