Gesundheitsreform vor dem Aus

Gegen Holding

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Gesundheitsreform vor dem Aus

Die Gesundheitsreform wird immer mehr zur Totgeburt. Kurz vor dem Start der Beratungen im Nationalrat verweigert eine satte Mehrheit der Abgeordneten ihre Zustimmung zu den Plänen von ÖVP-Gesundheitsministerin Kdolsky und SPÖ-Sozialminister Buchinger. Besonders in der Kritik steht die geplante Umwandlung des Hauptverbandes in eine Holding mit Durchgriffsrecht auf die Versicherungsträger.

Gegen Holding
Nach den roten Gewerkschaftern von der FSG und dem ÖAAB wendete sich am Donnerstag auch der zweite ÖVP-Arbeitnehmerverband, die Fraktion Christlicher Gewerkschafter, gegen ein Ende der Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger. Am Freitag triffte sich der ÖGB-Vorstand und diskutiert die Reformpläne.

Erster Kassenchef droht mit Zahlungs-Stopp
Auch die Kassen bündeln ihre Kräfte: Sieben von neun Gebietskrankenkassen verabschiedeten gestern eine Resolution gegen die Zentralisierungs-Pläne der Regierung. „Ministerin Kdolsky hat bislang wenig Kompetenz gezeigt“, kritisiert der oberösterreichische Kassenchef Alois Stöger gegenüber ÖSTERREICH. Sollte die Reform unverändert abgesegnet werden, überlegt er eine Verfassungsklage und droht sogar mit einem Stopp der Zahlungen an den Hauptverband. „Es darf nicht sein, dass ein bürokratischer Riese über alles entscheidet“, sagt Stöger. „Bei einer Einheitsmeinung geht die Qualität, die Nähe zum Versicherten, verloren.“

Gleiche Leistung für alle
Hauptverbands-Chef Erich Laminger verteidigte die Regierungspläne gegen die Kassenkritik: Mit der Umstrukturierung wolle man effizienter werden und „für gleiche Beiträge ein gleiches Leistungsangebot in ganz Österreich“ schaffen.

Unterstützung dafür erhält Laminger allerdings vorerst nur aus Kärnten und Wien. Kein Wunder: Der Chef der schwer defizitären Wiener GKK, Franz Bittner, hat das umstrittene Paket mitverhandelt.

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