Sonderthema:
Glawischnig:
 Macht-Kampf bei den 
Grünen

Harter Schlag

Glawischnig:
 Macht-Kampf bei den 
Grünen

Aufbegehren bei den Grünen: Der Tiroler Landtagsabgeordnete Gebi Mair forderte in einem Zeitungsinterview die Ablöse von Klubchefin Eva Glawischnig nach den Nationalratswahlen 2013 und sprach sich für den Tiroler Grünen-Chef Georg Willi als Nachfolger aus. Nach einer internen Kopfwäsche relativierte er aber prompt seine Aussagen, fühlte sich missverstanden: „Es geht nicht um eine Ablöse von Glawischnig. Eva muss mehr Mut zeigen. Willi ist einer, der in Zukunft eine wichtige Rolle spielen soll“, sagte er zu ÖSTERREICH.

Unverständnis
Mairs direkte Kritik führte Freitag früh zu Unverständnis bei der Bundespartei und zu heftigen Debatten innerhalb der Tiroler Grünen. Glawischnig selbst wollte sich auf ÖSTERREICH-­Anfrage dazu nicht äußern, Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner sagte: „Jeder Kollege ist eingeladen, Kritik intern zu äußern. Wir sind eine Partei, bei der heftige Debatten erwünscht sind.“ Die Tiroler Grünen stellten fest, dass die Kritik nicht ihrer Meinung entspricht. Auch die grünen Landeschefs stellten sich geschlossen hinter Glawischnig. „Das ist eine Einzelmeinung und nicht die der Tiroler Landesorganisation“, sagte der oberösterreichische Grünen-Chef Rudi Anschober.

Mehr Kritiker?
Aber Mair könnte mit seinen Aussagen den Nerv einiger frustrierter Parteikollegen treffen. „Es geht um eine Grundhaltung, ob man Politiker mit Herz ist oder den Job nur des Geldes wegen macht. Es ist schade, dass unsere Partei das Potenzial fähiger Leute nicht nützt. Es gelingt nicht, die Themen so zu präsentieren, dass wir die Leute abholen.“ Laut aktueller ÖSTERREICH-Umfrage kommen die Grünen auf 13 Prozent – der fahle Beigeschmack bleibt trotzdem …
 

»Glawischnig muss mehr Mut haben«

ÖSTERREICH: Sie fordern die Ablöse von Eva Glawischnig. Warum?
GEBI MAIR: Das ist nicht ganz korrekt. Die Grünen nützen ihr Potenzial nicht so aus, wie sie könnten. Wir dürfen nicht so brav sein, sondern müssen mehr Herzblut zeigen. Eva muss mehr Mut zeigen, energischer agieren. Es geht nicht um eine Ablöse.

ÖSTERREICH: Warum sprechen Sie sich offensiv für Georg Willi als Nachfolger aus? Aus Eigeninteresse?
MAIR:
Es ist kein Geheimnis, dass ich eine wichtige Rolle spielen will. Willi ist einer, der die Menschen mitreißt und sehr emotional agiert. Es kann nicht sein, dass die Menschen immer dieselbe Bagage wählen.

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