Gleichstand bei der Hofburg-Wahl

Bundespräsidentschafts-Wahl

Gleichstand bei der Hofburg-Wahl

Österreich muss wohl noch einen Tag warten, bis es weiß, wer neues Staatsoberhaupt wird.

Zwar liegt am Wahlabend der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer voran, doch inklusive Briefkarten-Schätzung ist der Grüne Alexander Van der Bellen praktisch gleichauf. Damit entscheidet sich erst am Montagabend nach Auszählung der rund 900.000 Wahlkarten, wer wirklich vorne ist. Nach aktuellen Hochrechnungen (Auszählungsgrad 93,6 Prozent) liegen beide Kandidaten derzeit bei 50,0 Prozent.

Klar ist nur, dass das Interesse gegenüber dem ersten Durchgang gestiegen ist. Die Wahlbeteiligung kletterte auf über 70 Prozent.

Die beiden potenziellen Staatsoberhäupter blieben angesichts des überaus knappen Ergebnisses vorerst zurückhaltend. Van der Bellen gab sich vorsichtig zuversichtlich, Hofer gab vorerst noch keinen Kommentar ab.

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Zuversicht auf beiden Seiten
Alexander Van der Bellen zeigte sich bei seinem Eintreffen in der Hofburg "vorsichtig zuversichtlich". Er verwies gegenüber Journalisten auf die noch ausständige Auszählung der großen Städte und der Wahlkarten.

Auch beim Wiener Grünen-Klubobmann David Ellensohn herrschte Zuversicht. "Wien wird den Beitrag leisten, dass Alexander Van der Bellen Bundespräsident wird", zeigte er sich überzeugt.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer als Sieger hervorgehen wird. "Wir hoffen und glauben daran, dass am Ende Norbert Hofer die Mehrheit der Österreicher auf seiner Seite haben wird."

Hofer am Land voran
Insgesamt gilt, dass Hofer vor allem in ländlichen Regionen klar Platz eins geholt hat, während Van der Bellen in den Städten punktete. Laut ersten Sprengeln dürfte der langjährige Grüne Bundessprecher Wien sehr deutlich für sich entscheiden, ebenso Graz. Die fertig ausgezählten Landeshauptstädte Linz, Salzburg, Klagenfurt, Bregenz und St. Pölten gingen schon an Van der Bellen.

Hofer holte sich den Sieg in Eisenstadt. Überhaupt war er in seinem Heimatbundesland ausnehmend stark. 63 Prozent wurden für ihn im vorläufigen Landesergebnis ausgewertet, in seiner Heimatgemeinde Pinkafeld waren es überhaupt 73 Prozent. Ebenfalls einen deutlichen Hofer-Sieg gab es in Kärnten und Salzburg. In Oberösterreich ist er vor Auszählung der Wahlkarten knapp voran. Auch die Steiermark ist blau.

Vorarlberg, Tirol und Wien für Van der Bellen

Vorarlberg war dagegen Van der Bellen-Land. Er reüssierte mit gut 56 Prozent. Tirol könnte ebenfalls an ihn gehen, Wien mit Sicherheit.

Wer auch immer die Wahl letztlich gewinnt, hat genügend Zeit zur Erholung bis dahin. Erst am 8. Juli wird der Nachfolger von Heinz Fischer als neues Staatsoberhaupt angelobt.


 

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