Glock-Millionen für BZÖ?

Geheime Haider-Connection

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Glock-Millionen für BZÖ?

Es war ein historischer Auftritt: Am 4. April 2005 erklärte Jörg Haider, dass er Tags davor bei der Vereinspolizei die Statuten des „Bündnis Zukunft Österreich“ hinterlegt habe – und sich von der FP abspalte. Das ganze Land fragte sich, wie Haider dies finanziert – die Fakten liefern Indizien, wenn auch keine handfesten Beweise:

Parteispaltung
Im Februar 2005 – Haider ist in der heißen Phase der Parteispaltung – reist Wolfgang Kulterer nach Vaduz und holt 3 Mio. € in bar für Gaston Glock ab. Im April 2005 „kapert“ Haider den Freiheitlichen Parlamentsklub. 1,976 Mio. € Klubförderung sind das Startkapital des BZÖ.

Schon 2006 ist Nationalratswahlkampf – das BZÖ hat nie dementiert, dass es dafür 5 Mio. € ausgab.

Eine einfache Subtraktion (fünf minus zwei gleich drei) legt nun erstaunliche Schlüsse nahe, die aber Robert Glock, Sohn des Waffenfabrikanten Gaston Glock, heftig dementiert: „Völliger Unsinn, dass das Geld eine Starthilfe für Jörg Haiders BZÖ war.“

Irak-Besuch
Immerhin heißt es, Gaston Glock habe nach dessen Besuch bei Irak-Diktator Saddam Hussein 2002 mit Jörg Haider gebrochen. Sonst hätte die US-Armee wohl kaum erlaubt, dass ein „Haider-Saddam-Freund“ die irakische Polizei nach dem Krieg mit 300.000 Pistolen beliefert.

Auch hier werfen andere Fakten Fragen auf: Im Februar 2002 traf Haider in Bagdad Saddam Hussein, Anlass für den oft zitierten Bruch mit Glock.

Im April 2002 ernannte Haider-Intimus Mathias Reichhold als FP-Verkehrsminister ausgerechnet Glock sen. zum Aufsichtsrat der Austrocontrol. 2004 – einige Monate vor Kulterers Liechtenstein-Trip – wurde Glock dort sogar Aufsichtsratschef.

Diese Connection war immer eng: In Glocks Privatstiftung saßen ab 1999 Haider-Anwalt Quendler und sein Ex-Steuerberater Pöschl, Glock soll Haider 2000 nach Moskau pilotiert haben. Und später gab US-Lobbyist Richard Feldmann an, dass er von Glock Geld für die Organisation von Haider-Auftritten etwa im Wende-Jänner 2000 in New York erhalten hatte – ohne es aber zu beweisen.

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