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Graf reitet Attacke gegen Muzicant

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Erneut Wirbel um Martin Graf: Er attackiert den Präsidenten der Kultusgemeinde. Ariel Muzicant sollte als "Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus" bezeichnet werden, so der Dritte Nationalratspräsident. Grüne und SPD fordern Rücktritt.

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Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (F) sorgt wieder einmal für Aufregung im Parlament. Anlass ist ein Beitrag auf seiner Homepage (http://www.unzensuriert.at ), in dem er heftige Attacken gegen den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, reitet. Kernsatz darin: Manche fragten sich schon, ob Muzicant nicht als "Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus" bezeichnet werden sollte, zitierte Grünen-Klubchefin Eva Glawischnig aus dem Beitrag.

Graf legt nach
Graf legte nach, und warf Muzicant nun Wehleidigkeit vor: "Wer der Parteipolitik nicht gewachsen ist, soll sich aus ihr heraus halten!", so der Dritte Nationalratspräsident.

Muzicant: Immunität fraglich
Für den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Mucziant, schreibt der Dritte Nationalratspräsident Graf solche Passagen "wohlweislich unter dem Mantel der Immunität". Der Präsident der Kultusgemeinde fragt nun die Parteien, was "ein Präsident des Österreichischen Nationalrats noch alles tun und sagen kann, bevor ihm das Misstrauen ausgesprochen wird und hier unmissverständliche Konsequenzen gesetzt werden". Freilich, selbst wenn es sich SPÖ und ÖVP mittlerweile überlegt hätten, viel tun können sie nicht. Ein Präsident des Nationalrats ist nicht abwählbar, hieß es aus einem der Koalitionsklubs.

Kritik von allen Seiten
Die Grünen brachten Grafs Aussage nun in einer Geschäftsordnungsdebatte an die parlamentarische Öffentlichkeit. Graf habe die Würde des Hauses und der Republik Österreich "eklatant beschädigt", forderte Bundessprecherin Glawischnig eine Verurteilung der Attacken sowie den Rücktritt des Dritten Präsidenten.

FPÖ enthält sich der Kritik
Die anderen Fraktionen mit Ausnahme der Freiheitlichen schlossen sich dieser Position an. VP-Klubchef Karlheinz Kopf verurteilte die Ausführungen Grafs "aufs Schärfste" und regte eine gemeinsame Erklärung aller fünf Fraktionen in der nächsten Präsidiale zu diesem Thema an. Auch SP-Klubobmann Josef Cap betonte, er lege wert auf eine entsprechende Erklärung. BZÖ-Vizeklubchef Peter Westenthaler distanzierte sich "ganz klar" von der Äußerung seine früheren Parteikollegen. In solchen Fragen dürfe es kein Augenzwinkern geben.

Eine gemeinsame Erklärung aller Fraktionen dürfte jedoch nicht zustande kommen. Der freiheitliche Abgeordnete Lutz Weinzinger kann sich zumindest nicht vorstellen, dass die FPÖ hier mit den anderen Klubs zusammenfindet. Denn auch gegenüber der FPÖ würden ständig Grenzen überschritten und man werde dargestellt, als wären die Freiheitlichen Faschisten. Und von Muzicant werde die FPÖ soundso immer als das Allerletzte behandelt, beklagte Weinzinger. So reagierte Strache

Kritik von Kanzler Faymann
Bundeskanzler Werner Faymann hat die jüngsten Aussagen des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (F) gegen den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, verurteilt, will aber deren Wahrheitsgehalt selbst noch prüfen. "Wenn es so war, ist es eine Entgleisung, die mit aller Schärfe zurückzuweisen ist", sagte Faymann vor einem Treffen mit der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass jemand, der im Präsidium des Nationalrates ist, eine derartige Entgleisung an den Tag legt."

Häupl fordert Rücktritt
"Diese Äußerungen sind aufs schärfste zu verurteilen und eines Demokraten unwürdig", reagierte Mittwoch am Rande des Städtetages Bürgermeister und Städtebundpräsident Dr. Michael Häupl auf Grafs Äußerungen.

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