Graf streckt Muzicant Hand entgegen

Auf neutralem Boden

© APA/TZ ÖSTERREICH

Graf streckt Muzicant Hand entgegen

Der wegen Kritik an Ariel Muzicant unter Beschuss geratene Dritte Nationalratspräsident Martin Graf lädt nun den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde zu einem "Versöhnungsdialog auf neutralem Boden" ein. Das Treffen habe "absolute Terminpriorität", er stehe daher "ab sofort für ein solches Gespräch zur Verfügung" und wünsche sich zudem, dass auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache dabei sein könne, so Graf.

Keine Einbahnstraße
Graf will die wechselseitigen Vorwürfe bei diesem Gespräch "relativieren und entschärfen". Er fordert aber auch ein Entgegenkommen von Muzicant ein: "Von mir und der FPÖ ist der gute Wille vorhanden, die Schärfe aus den Worten herauszunehmen und Bedauern dafür zu signalisieren, aber nicht auf Basis der Einseitigkeit." Vor allem erhofft er sich, dass Muzicant zu seinen Vergleichen von FPÖ-Politikern mit Goebbels, aber auch zu seiner Internet-Initiative www.kellernazisinderfpoe.at auf Distanz geht.

Schlacht der Online-Unterschriften
Graf und die Grünen liefern sich gleichzeitig ein Wettrennen um Unterstützungserklärungen. Die Grünen vermeldeten, dass sich binnen 24 Stunden 10.000 Menschen auf der Homepage www.ruecktritt-martin-graf.at als Unterstützer dieser Forderung eingetragen hätten. Graf startete seinerseits auf www.unzensuriert.at eine Gegenaktion: wer sich wünscht, dass Graf Präsident bleibt, kann sich eintragen.

Faymann wundert sich nicht über ÖVP
SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann findet noch immer, dass man die gesetzliche Möglichkeit schaffen sollte, den Dritten Nationalratspräsidenten abzuwählen. Dass dazu keine Zustimmung aus der ÖVP kommt, "überrascht mich nicht", so Faymann. Die Volkspartei würde die "höhere Verantwortung" nicht wahrnehmen, "nicht nur zu reagieren, sondern auch Konsequenzen daraus zu ziehen".

"Andere Grundhaltung" bei Volkspartei
Die ÖVP habe eine andere Grundhaltung als die SPÖ, so Faymann. Zwar würden auch einige SPÖ-Funktionäre auf Landesebene nicht ausschließen, mit der FPÖ regieren zu wollen, "aus taktischen Gründen". Davon halte er allerdings nichts, betonte der Kanzler, denn "diese Taktik ist eine Verniedlichung der FPÖ". Die ÖVP habe auch bundesweit nie ausgeschlossen, mit der FPÖ zu regieren.

Rote unglücklich mit HC-Comic
Ein Problem hat Faymann auch mit jenen Anti-EU-Comics, die derzeit von der FPÖ an Jugendliche verschickt werden. Die Comics sind mit der staatlichen Förderung für politische Bildungsarbeit finanziert worden. Dass sie von den Freiheitlichen als "politische Bildung" verkauft werden, sei eine "Verhöhnung". Der Bundeskanzler will nun prüfen, ob der Staat das Fördergeld von den Blauen zurückfordern kann. Auch für Bildungsministerin Claudia Schmied ist das Comic "parteipolitische Agitation".

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