Grafs Mitarbeiter sind rechte Recken

ÖSTERREICH

© APA

Grafs Mitarbeiter sind rechte Recken

Vor allem die Grünen hatten im Oktober gegen die Wahl Grafs zum Dritten Nationalratspräsidenten mobilisiert – der FPÖ-Politiker war wegen seiner Mitgliedschaft bei der schlagenden Burschenschaft Olympia in Kritik geraten. Graf wollte zwar die Olympia nicht verlassen. Der FPÖ-Mann distanzierte sich aber von Rechtsradikalismus und Nationalsozialismus.

Noch zwei Olympen
Doch laut den Informationen, die ÖSTERREICH zugespielt wurden, sind diese Erklärungen in einem neuen Licht zu sehen. Denn Graf holte sich seine Büromitarbeiter vom rechten Rand: So gehören sowohl Grafs Büroleiter Walter Asperl als auch der IT-Beauftragte des Dritten Präsidenten, Sebastian Ploner, der Olympia an.

„Bestellung bei Aufruhr“
Doch nicht nur das: ÖSTERREICH liegen Bestelllisten des rechtsradikalen deutschen Internet-Versandhauses "Aufruhr" vor, wonach zwei nunmehrige Graf-Mitarbeiter in der Vergangenheit durchaus fleißige Kunden waren: So orderte Ploner im Dezember 2003 das einschlägig bekannte Buch von Jürgen Riehl mit dem Titel: Funkenflug – Das Handbuch für nationale Aktivisten. Daneben stand der Kalender Germanische Welt 2004 auf der Bestellliste.

"Es lebe das Deutsche Reich!"
Einige Monate später wurden T-Shirts mit rechtsradikalen Aufschriften bestellt: Landser, Soldaten des Reiches; Reichsbürger; "Es lebe das Deutsche Reich!" und: "Ich bereue nichts" stand auf den T-Shirts.

"Ritter des Ku Klux Klan"
Auch Graf-Mitarbeiter Marcus Vetter findet sich auf der Kundenliste von Aufruhr, er orderte 2005 das rassistische Buch "National Knights of the Ku Klux Klan" sowie die CD "Wie stark der Feind auch sei" des Liedermachers Michael Müller, den der deutsche Verfassungsschutz als „rechtsextrem“ einstuft.

Graf schweigt dazu
Graf selbst war zu den Vorwürfen gegen seine Mitarbeiter zu keiner Stellungnahme bereit. Zwar erreichte ÖSTERREICH den FPÖ-Politiker telefonisch – und der versprach auch zu reagieren, wenn er die Bestelllisten einsehen dürfe. Doch Stunden nach Übermittlung der Listen an Graf war der dann für ÖSTERREICH nicht mehr zu sprechen.

"Distanzierung für den Hugo"
Der Grüne Karl Öllinger reagierte jedenfalls scharf: „Angesichts seiner Mitarbeiter ist Grafs Distanzierung vom Nationalsozialismus für den Hugo.“ Eigentlich müsse man Graf zum Rücktritt auffordern – „auch wenn ich weiß, dass das nichts nützt“.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen