Grasser:

Interview

© TZ ÖSTERREICH

Grasser: "Habe immer die Wahrheit gesagt"

ÖSTERREICH: Herr Grasser, wie sehen Sie dem Prozesstermin gegen Ihren Ex-Mitarbeiter Ramprecht entgegen?

Karl-Heinz Grasser: Herr Ramprecht hat eine Reihe unwahrer Behauptungen aufgestellt und selbst vor Gericht mehrfach gelogen. Seitens seines Anwalts wurden eine Reihe von Anträgen gestellt, die ich nur als lächerlich bezeichnen kann. Ich werde heute als Zeuge aussagen und die Grundlage dieser Anträge als unwahr zurückweisen.

ÖSTERREICH: In einem dieser Anträge wird Ihnen falsche Zeugenaussage vorgeworfen. Sie hätten gesagt, keinen Kontakt mehr zu Walter Meischberger zu haben – es gibt aber die Aufzeichnung eines Telefongesprächs zwischen Ihnen.

Grasser: Grundsätzlich möchte ich für die gesamte Causa festhalten, dass ich selbstverständlich immer die Wahrheit gesagt habe, natürlich auch als Zeuge vor Gericht unter Wahrheitspflicht. Dieser Vorhalt ist genauso gelogen wie alle anderen von Herrn Ramprecht eingebrachten Anträge.

ÖSTERREICH: Aber telefoniert haben Sie mit Meischberger ...

Grasser: Danach bin ich vor Gericht gar nicht gefragt worden. Die Frage lautete, wie mein Verhältnis zu Meischberger sei. Ich habe geantwortet, dass da gar keins besteht, weil mich die ganze Sache in hohem Maße ärgert. Und dass ich keinen Kontakt habe.

ÖSTERREICH: Wann war das?

Grasser: Im März. Wäre ich gefragt worden, wann ich zuletzt mit Meischberger telefoniert habe, hätte ich gesagt, dass das wohl so Anfang Februar war. Ich hab später bei Durchsicht des Protokolls sogar meinen Anwalt gefragt, ob ich es dahin gehend ändern lassen soll, dass ich DERZEIT keinen Kontakt mehr mit Meischberger habe – er meinte, das sei nicht nötig, weil doch jeder wisse, dass wir früher engen Kontakt hatten.

ÖSTERREICH: All das werden Sie heute darlegen?

Grasser: Ich werde aussagen, dass alle Vorhaltungen unwahr sind und dass hier das Instrument der Lüge nachhaltig eingesetzt wird, um mich zu verfolgen. Dass Herr Ramprecht permanent die Unwahrheit sagt, lässt erkennen, wes Geistes Kind er ist. Dass bei ihm jetzt eine Hausdurchsuchung stattfand, zeigt doch, dass auch der Staatsanwalt begründeten Zweifel an Ramprechts Aussagen hat.

ÖSTERREICH: Sie sind zuversichtlich, aus all dem rauszukommen?

Grasser: Ich vertraue in die Unabhängigkeit der Justiz. Am Ende wird jeder sehen, dass der Grasser sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Und dass der Buwog-Verkauf ein professionelles, transparentes Verfahren mit bestem Ergebnis für den Steuerzahler war.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen damit, dass aber fast täglich neue Vorwürfe gegen Sie laut werden?

Grasser: Ich bin eigentlich nicht gewillt, meine Zeit damit zu verschwenden, das immer wieder zu diskutieren. Der Staatsanwalt wird die Ermittlungen gegen mich am Ende einstellen. Ich habe nichts gemacht.

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