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Buwog-Skandal

Grasser-Prozess: Jetzt spricht die Zeugin

Gleich mehrere Anwälte brüteten gestern über dem ÖSTERREICH-Bericht, der die Causa Buwog erschüttert: Wie von uns aufgedeckt, hat sich eine neue Zeugin an die Staatsanwaltschaft gewandt. Claudia Sterrer-Pichler, ihres Zeichens ehemalige stellvertretende Sektionsleiterin im Finanzministe­rium, hat auf elf Seiten ihre „Wahrnehmungen“ in der Causa Grasser zu Papier gebracht.

Bericht an Landesgericht Wien weitergeleitet

Sterrer-Pichler gibt darin Einblicke in das System Grasser. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat das Schreiben an das Landesgericht Wien übergeben. 2017 soll schließlich der Buwog-Prozess gegen Grasser und 15 weitere Personen wegen mutmaßlicher Untreue starten. Das Justiz-Highlight des Jahres. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Die Ex-Mitarbeiterin des Finanzministeriums – sie hatte ihr Büro in unmittelbarer Nähe ihres Ex-Chefs Karl-Heinz Grasser – redet nun erstmals im ÖSTERREICH-Interview über ihre Beweggründe. Sie sei „sehr nah dran gewesen“ und stehe „dem Staatsanwalt für sämtliche Detailfragen zur Verfügung“. Sie urgiert, dass Grassers Ex-Kabinettschef Matthias Winkler noch einmal vom Staatsanwalt einvernommen werden soll. Denn er sei, so berichtet es zumindest Sterrer-Pichler, „ein Schlüsselplayer im Kabinett Grasser“ gewesen.

Für Spannung ist gesorgt.

»Kabinettschef war Schlüsselspieler«

ÖSTERREICH: Sie haben der Staatsanwaltschaft eine Stellungnahme zur „Akte KHG“ geschickt. Wieso?

Claudia Sterrer-Pichler: Weil ich als ehemalige stellvertretende Sektionsleiterin im Finanzministerium sehr nah dran war. Es geht mir darum, dabei zu helfen, einen Gesamtzusammenhang zu erstellen. Ich stehe dem Staatsanwalt für sämtliche Detailfragen zur Verfügung. Ich bin keine Juristin, aber ich möchte der Justiz mit meiner Innenansicht helfen. Nicht als Anklägerin, nicht als Verteidigerin. Es geht um die Zusammenhänge.

ÖSTERREICH: In Ihrer Stellungnahme, die uns vorliegt, schreiben Sie, dass „der Mastermind“ bei Grasser sein ehemaliger Kabinettschef Matthias Winkler gewesen sei.

Sterrer-Pichler: Es ist so, wie ich es in meiner Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft beschrieben habe: Matthias Winkler war ein sehr starker Kabinettschef, der sehr zentralistisch agiert hat. Und in den Buwog-Ermittlungen hat Winkler – so entnehme ich es Medienberichten – ein Schattendasein geführt, obwohl er im Kabinett Grasser ein Schlüsselspieler war. Ich weiß nicht, was an den Vorwürfen rund um die ­Buwog dran ist oder nicht, aber Winkler könnte sicher zur Aufklärung beitragen.

ÖSTERREICH: Sie beschreiben auch, wie die Herren Meischberger, Plech und Hochegger im Finanzministerium ein und aus gegangen seien. Was hatten Sie denn für ein Bild von dieser Partie?

Sterrer-Pichler: Da hat sich meine Wahrnehmung von damals nicht verändert. Die erschienen damals so, wie heute beschrieben. Nur beim Minister passt das Bild nicht zusammen.

Interview: Isabelle Daniel

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