Grasser-Selbstanzeige:

"Steuersünder"

© TZ Österreich (Fally)

Grasser-Selbstanzeige: "Klar mein Fehler"

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Nächstes Kapitel in der Causa Karl-Heinz Grasser: Wie nun bekannt wurde, hat der Ex-Finanzminister im Oktober Selbstanzeige bei der Finanz erstattet. Grasser bestätigt in ÖSTERREICH, dass er rund 18.000 Euro nachzahlen musste.

Laut Format sei das Geld zwischen 2002 und 2008 nicht versteuert worden. Allerdings stehe die Nachzahlung in keinem Zusammenhang mit der Causa Buwog bzw. der Stiftung in Liechtenstein, erklärt Grasser. Brisant ist die Causa trotzdem: Denn die Steuer-Affäre fällt genau in jene Zeit, in der Grasser Finanzminister war (2000 bis 2007).

"Hatte keine Zeit, mich darum zu kümmern"
Grasser selbst verteidigt sich: Das Geld stamme aus seiner Zeit bei Magna und sei damals auf ein Wertpapierdepot in Kanada gelegt worden, erklärt Grasser. Er hätte 1998/99 35.000 Euro dort einbezahlt. "In den kommenden Jahren habe ich keine Zeit gehabt, mich im Detail darum zu kümmern", erklärt KHG. 2008 hätte er das Depot aufgelöst und 25.000 Euro ausbezahlt bekommen – also 10.000 Euro Verlust gemacht. Grasser: "Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass ich da etwas versteuern musste."

Grasser erstattete nach Hinweis Selbstanzeige
Erst im Zuge der Ermittlungen in der Causa Buwog sei seinem Steuerberater aufgefallen, dass er die zwischenzeitlich abgeworfenen Gewinne in Österreich hätte versteuern müssen. Format berichtet, dass diverse Einkünfte aus Spekulationsgewinnen, Zinsen und Dividenden nicht deklariert wurden.

"Es tut mir leid, das war mein Fehler. Aber ich bin selbst draufgekommen und habe Selbstanzeige erstattet." Die Steuerschuld hätte er bereits im Herbst nachgezahlt, die Sache sei erledigt.

SPÖ und Grüne sehen das anders: "Der oberste Steuereintreiber war also zugleich oberster Steuersünder. So also handelt ein 'supersauberer' Ex-ÖVP-Minister", ätzt die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser. Sie fordert erneut einen U-Ausschuss im Parlament.

Und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter tobt: "Das Maß ist endgültig voll."

Rechtlich hat das Ganze für Grasser keine Auswirkungen: Die Selbstanzeige hat strafbefreiende Wirkung. Was vor 2002 passiert, gilt für die Finanz als verjährt.

Seite 2: Das Grasser Interview

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