Grasser rückt ins Kreuzfeuer

Schwere Vorwürfe

© TZ ÖSTERREICH / PAUTY

Grasser rückt ins Kreuzfeuer

Jetzt wird die Buwog-Affäre zur brutalen Schlammschlacht. Und Karl-Heinz Grasser (40) wird dabei immer stärker angepatzt. Der Ex-Finanzminister gilt in der Staatsanwaltschaft nach einer Anzeige der Grünen nun offiziell als Beschuldigter.

Der Verdacht: Amtsmissbrauch, Geheimnisverrat, illegale Absprachen. Grasser sagt in einer ersten Reaktion zu ÖSTERREICH: „Das ist nichts Neues, sondern nur heiße Luft.“

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Die Ermittlungen gegen Grasser seien „mehr als nur Routine“. Im Zentrum steht die Frage: Hat der Ex-Minister beim Verkauf von 60.000 Buwog-Wohnungen einen der Bieter bevorzugt und dabei geheime Informationen weitergegeben? Am Mittwoch sickerten erste Details aus jener Einvernahme durch, die PR-Lobbyist und Grasser-Freund Peter Hochegger vor der Staatsanwaltschaft gemacht hatte. Und die hat es in sich.

Erster Zeuge packt aus
Hochegger belastet darin seinen ehemaligen Geschäftspartner und Grasser-Intimus Walter „Meischi“ Meischberger schwer:

  • Dieser sei an Informationen gekommen, dass die Regierung eine Milliarde Euro für die Buwog fordere.
  • Nach der ersten Bieter-Runde war das Angebot des Immofinanz-Konsortiums klar niedriger als das der CA Immo. An dieser Stelle lässt Hochegger die nächste Bombe platzen: Er habe daraufhin von Meischberger erfahren, wie hoch das Angebot der CA Immo war!
  • Diese Information habe er, Hochegger, dann an Immofinanz-Boss Karl Petrikovics weitergeleitet.
  • „Meischberger machte dann eine erste Einschätzung, dass das Höchstgebot zwischen 940 bis 960 Millionen liegen wird. Wie er dazu kam, weiß ich nicht“, zitiert das Magazin NEWS.
  • Petrikovics habe sich dann noch versichert, dass die angenommene Zahl von 960 Mio. Euro verlässlich sei.

Mega-Deal über 1 Mrd.
Was dann passierte, ist bekannt: Die Immofinanz bot 961 Millionen, nur knapp über eine Million mehr als CA Immo – und bekam den Zuschlag für den Mega-Deal. Hochegger und Meischberger kassierten dafür insgesamt fast 10 Millionen Euro Provision.

Jetzt stellt sich die Frage: Von wem hatte Meischberger die streng geheimen Angebots-Zahlen? Zu Grasser hatte er zumindest immer beste Kontakte, war sogar sein Trauzeuge.

Alles Blödsinn, meint Grasser. Er bestreitet gegenüber ÖSTERREICH jeden Zusammenhang damit: „Was die beiden Herren Hochegger und Meischberger betrifft – damit habe ich nichts zu tun.“ Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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