Grasser wehrt sich gegen

ÖSTERREICH-Interview

© TZ ÖSTERREICH/Schöndorfer

Grasser wehrt sich gegen "Schau-Prozess"

ÖSTERREICH: Herr Grasser, Sie treten in letzter Zeit wieder vermehrt öffentlich auf. Starten sie jetzt eine neue Medien-Offensive?
Karl-Heinz Grasser: Ich bin froh, dass ich eine Plattform habe, wo ich einmal ein bisschen länger die Möglichkeit habe, die Wahrheit darzustellen. Daher habe ich die Einladung vom ORF angenommen. Ich komme mir ja mittlerweile vor wie David gegen Goliath. Jeden Tag gibt es neue Vorwürfe gegen mich, die in den Medien breitgetreten werden. Und ich habe kaum eine Möglichkeit, mich dagegen zu wehren. Die Bevölkerung ist einem Trommelfeuer an Berichten ausgesetzt. Ich glaube es ist nur fair, wenn ich kommunizieren kann, dass an all diesen Vorwürfen nichts dran ist.

ÖSTERREICH: Sie haben in den letzten Tagen Kritik an der Justiz geübt und Ministerin Bandion-Ortner in einem Brief aufgefordert, zu handeln.
Grasser: Das hat die Frau Justizministerin falsch verstanden. Das war kein Vorwurf gegen die Justiz im Allgemeinen. Es ist so, dass 99 Prozent der Justiz einen guten Job machen. Aber es gibt anscheinend ein, zwei Polizisten, die in meinem Fall permanent Akten an die Öffentlichkeit spielen. Das ist ein klarer Fall von Amtsmissbrauch und das gehört abgestellt. Darunter leidet ja die gesamte Justiz. So ein Ermittlungsverfahren wie gegen mich wäre in keinem anderen Land möglich. Statt einem nicht-öffentlichen Ermittlungsverfahren, wie es jedem per Gesetz zusteht, werde ich in der Öffentlichkeit vorverurteilt, da wird bewusst Rufmord begangen. Jemand führt hier einen öffentlichen Schauprozess gegen mich.

ÖSTERREICH: Was verlangen Sie jetzt?
Grasser: Ich bitte darum, dass man die Kräfte bündelt, mehr Leute einsetzt und in diesem Verfahren endlich zu einem Ergebnis kommt. 10, 20, von mir aus 50 Leute sollen Gas geben und ein Ergebnis auf den Tisch legen.

ÖSTERREICH: Wollen Sie mit Ihren öffentlichen Auftritten zeigen, dass Sie sich nicht unterkriegen lassen?
Grasser: Ich will erstens zeigen, dass ich mich der Diskussion stelle. Ich lasse mir das nicht gefallen. Deswegen trete ich auch bei „im Zentrum“ auf. Dass meine Frau und ich nun bei ein paar Veranstaltungen waren, ist aber Zufall. Mir kommt vor, dass egal ist, was ich mache, es wird immer falsch ausgelegt. Wenn ich nicht zum Hahnenkamm-Rennen gehe, sagt jeder: „Der Grasser versteckt sich.“ Gehe ich hin, heißt es: „Er macht Party.“ Ich mache mein Privatleben nicht davon abhängig, ob gegen mich Vorwürfe im Raum stehen. Wenn es eine nette Veranstaltung gibt, dann gehen wir hin.

Autor: Interview: Niki Fellner
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