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Polizeisperre

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Graz: Pegida-Demo und Gegen-Demo

Ohne Zwischenfälle haben am Samstag im Graz-Andritz eine Pegida-Kundgebung sowie Gegen-Demonstrationen und eine Mahnwache stattgefunden. Die Polizei hat die gegnerischen Gruppierungen voneinander ferngehalten. Etwa 200 Teilnehmer hatten die Fahnen für Flüchtlinge geschwenkt und riefen "Nieder mit Pegida". Auf Seite der Pegida hatten sich laut Polizei ebenfalls rund 200 Teilnehmer versammelt.

Gegen-Demo
Bereits gegen 13.00 Uhr hatten sich in der Nordberggasse direkt vor einem Flüchtlingsheim die Anhänger von "No Pegida" zusammengefunden. Sie forderten auf ihren Transparenten "Solidarity Without Limits" (Solidarität ohne Grenzen, Anm.) und sprachen davon, sich "entschlossen den Rechten entgegenzustellen". Sie marschierten gegen 14.00 Uhr in Richtung des Andritzer Hauptplatzes und setzten neben ihren Parolen - "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat" - auch roten Rauch ab. Besonders von den "frauenverachtenden Meinungen" der Rechten hätten sie genug: "Es macht uns wütend, dass Frauen ein veraltetes Weltbild aufgezwungen wird".

Etwa 100 Meter vor dem Andritzer Hauptplatz, auf dem sich die Pegida- Anhänger versammelten, war für die Gegen-Demo Endstation. Eine Polizeisperre verhinderte ein Durchkommen, woraufhin sich viele der Anhänger zurückzogen. Gegen 15.00 Uhr startete dann auch Pegida ihre Kundgebung. Sie hielten Schilder hoch, auf denen war zu lesen "Kein 2. Paris, kein 2. Köln, kein 2. Mölndal (Schweden)". Auf Transparenten stand "Für unser Land, für unsere Tradition, für unser Volk", "Stoppt die Islamisierung Europas" und "Gott schütze Österreich".

"Desaster"
Werner Wirth, der als "Bundesparteiobmann" von Pegida vorgestellt wurde, meinte, dass alles, wovor er vor einem Jahr gewarnt habe, eingetreten sei: "Dieses Desaster wird uns für viele Jahre belasten." Er bezeichnete das Durchgriffsrecht des Bundes als "diktatorische Maßnahme" und verwies auf den Wertverlust von Wohnungen, wenn plötzlich gleich daneben ein Flüchtlingsheim eingerichtet werde. Ähnliches sei eben bei jenem Quartier in der Nordberggasse der Fall, weshalb man auch Andritz als Ort für die Kundgebung gewählt hat. Die Pegida-Redner waren bemüht zu betonen, dass sich ihr Protest nicht gegen Schutzbedürftige und Verfolgte richte, sondern gegen die politische Elite, die eine Islamisierung aus Habgier vorantreibe. Doch immer wurde auch gegen den Islam und den Koran gewettert, der zum Töten auffordere.

Im Anschluss an die Kundgebung setzten die Pegida-Anhänger zum "Spaziergang" an, der im Gegensatz zum Vorjahr überaus ruhig verlief. Die Gegen-Demonstranten waren weitgehend verschwunden. Kurz vor 17.00 Uhr lösten sich die Versammlungen auf.

Zeitgleich hatte auch wenige Hundert Meter entfernt der sogenannte KZ-Verband zur Mahnwache geladen. Etwa 100 Teilnehmer trafen sich gegen 14.00 Uhr unter dem Motto "Wehret den Anfängen - Graz steht auf für Menschlichkeit".
 

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