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Welt lacht über uns

Grenzzaun wird Lachnummer

Österreichs berühmtester Zaun – längst eine Lachnummer. Jetzt kann auch Starwinzer Erich Polz erleichtert aufatmen: „Auf einer Länge von etwa 500 bis 700 Metern wird bei mir kein Zaun errichtet“, so Polz im ÖSTERREICH-Interview.

Sein Weinberg am Hochgrassnitzberg bei Spielfeld wird barrierefrei bleiben: „Weil die Stelle ohnehin leicht zu überwachen ist“, hieß es. Für Polz ist das ein Sieg über ein Projekt, das er nie wollte: „Damit können wir weiterhin unsere Weingärten auf beiden Seiten der Grenze bewirtschaften, brauchen keine Weinstöcke roden.“

blick.jpg © Screenshot

So schlagzeilte die Schweizer Zeitung "Blick"

3,7 Kilometer Leihzaun 
kosten 330.000 Euro Miete
Rebell. Doch nicht nur Polz bleibt erfolgreich im Streit um den Zaun. Als Erster torpedierte der Grazer Ex-ÖVP-Kulturstadtrat Helmut Strobl, 72, die Sperre auf seinem Grundstück. Das Anwesen des Architekten liegt direkt an der österreichisch-slowenischen Grenze. Auf diesen 8,1 Metern darf – wie berichtet – kein Zaun errichtet werden: „Ich bin aus Prinzip dagegen“, sagt Strobl. Dem Schweizer Blick war das „Nein“ Strobls sogar eine Schlagzeile wert: „Ösi-Zaun ist nicht ganz dicht!“.

VW-Millionär. Frei bleiben auch die 20 Meter des „Fuchswaldes“, die dem steirischen Naturschutzbund gehören: „Der Wald ist Teil des Grünen Bandes Europas, der an den ehemaligen Eisernen Vorhang erinnern soll“, sagt ­Präsident Johannes Gepp zu ÖSTERREICH: „Wir können nicht für einen Zaun sein.“ Unklar auch, wie sich der größte Grundstücksbesitzer in der Grenz-Zaun-Region verhalten wird: Ex-VW-Aufsichtsratsschef Bernd Pischetsrieder. Seine Weinberge werden vom Starwinzer Willi Sattler betreut. Beide wurden bisher nicht von den Zaunbauern befragt.

Leihzaun. Klar ist nur: Der 3,7 km lange Zaun kostet für ein halbes Jahr satte 330.000 Euro Miete. Der Maschendraht wurde vom Hersteller nämlich nicht gekauft, sondern nur gemietet.
Karl Wendl

Star-Winzer bleibt im »Zaunkampf« Sieger

ÖSTERREICH: Auf Ihrem Grundstück soll keine Sperre errichtet werden?

Erich Polz: So ist es. Seit gestern wissen wir, dass in unseren Weingärten kein Zaun gebaut werden wird und keine Rodungen in den Weingärten stattfinden werden. So wurde uns das zumindest mitgeteiltsteht‘s zumindest in der Mitteilung drin. 500 bis 700 Meter bleiben einfach frei. Angeblich ist das Gebiet leicht zu überwachen.

ÖSTERREICH: Wo liegt das Areal genau?

Polz: Das ist am Hochgrassnitzberg, etwa in der Mitte des geplanten Zaunes. Dort gibt es eine von der EU geförderte Grenzstraße nach Slowenien, auch die bleibt offen.

ÖSTERREICH: Sie können Ihre Weingärten somit weiterhin durchgehend bewirtschaften?

Polz: Ja, wir können ohne Sperre arbeiten, auf beiden Seiten der Grenze.

ÖSTERREICH: Was ist Ihr größtes Problem mit dem Zaun?

Polz: Wir wohnen hier seit 55 Jahren, es gab nie eine Sperre. Außerdem haben die Winzer in den vergangenen Jahren Millionen in Fremdenverkehr und Weinbau investiert. Jetzt werden wir als Krisenregion hingestellt, was wir nicht sind. Das ärgert natürlich maßlos. Karl. Wendl

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