Grünen-Politiker provoziert Kurz im TV

Maischberger-Talk

Grünen-Politiker provoziert Kurz im TV

Das mediale Podium war bereitet, und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wusste es weidlich zu nutzen. In der renommierten ARD-Talkshow von Sandra Maischberger verteidigte er am Mittwoch während seines Berlin-Besuchs die Flüchtlingspolitik der schwarz-blauen Regierung und die Koalition mit der FPÖ an sich. Zu Beginn hatte die Moderatorin den Gast aus Österreich als "die zarteste Versuchung, seit es Populismus gibt" vorgestellt.
 
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SS-Attacke auf Strache

Zu Gast war in der Sendung neben Sebastian Kurz auch der deutsche Grünen-Politiker Jürgen Trittin, der mit Provokationen nicht auf sich warten ließ. Zu einem Einspieler, der Vizekanzler HC Strache beim Einmarsch zum Parteitag in Tirol mit Trommelwirbel zeigt, meinte Trittin, der FPÖ-Chef habe sich "inszeniert, als würde die SS noch unterwegs sein. Da fehlten nur noch die roten Armbinden!"

Doch Kurz ließ sich nicht beirren: "Das war eine Künstlergruppe, die schon für die Kommunisten, für die Sozialdemokraten und auch für die Volkspartei aufgetreten ist", erklärte er.
 

Seitenhieb gegen CSU

Daraufhin versuchte der Grünen-Politiker, Kurz eine Attacke gegen die CSU zu entlocken. "Ich werfe der CSU vor, dass sie die Rechten dadurch stark gemacht hat, dass sie nicht über die wirklichen Probleme der Menschen geredet hat!", stellte Trittin in den Raum.

Der Kanzler gab daraufhin lächelnd zurück, dass er es für "ziemlich antiquiert" halte, in Themen der Rechten und der Linken zu unterscheiden. "Als Politiker sollte man zu allen relevanten Fragen eine Meinung haben!", so der ÖVP-Chef.
 

Abschreckende Flüchtlingspolitik?

Also nahm sich Trittin das Flüchtlingsthema vor. Er fragte Kurz, ob er mit seinen Plänen zur Asylpolitik denn die Menschen abschrecken wolle.

Er wolle nicht die Schlepper entscheiden lassen, wer nach Europa komme, erklärte Kurz. Man müsse "dagegen ankämpfen, dass Schlepper ein falsches Bild von Europa zeichnen und den Menschen das Blaue vom Himmel versprechen". Die Unterbringung der Flüchtlinge in Grundversorgungszentren mache für schnelle Asylverfahren Sinn. Außerdem sei es "absolut richtig, dass man die Handydaten verwendet, um die Fluchtroute nachvollziehen zu können." Mehr sagte der Kanzler zu dem Vorwurf auch nicht.


"Eingesperrte Flüchtlingskinder"

Ein letztes Mal versuchte der Grünen-Politiker schließlich noch, Kurz aus der Fassung zu bringen. Er erwähnte die Flüchtlingskinder, die monate- oder gar jahrelang in Unterkünften "eingesperrt" beziehungsweise "interniert" würden.

Auch darauf hatte Kurz prompt eine Antwort: "Das ist das Problem an der Migrationsdebatte. Sie wird ständig auf einem sehr emotionalen Niveau geführt." Ständig werde mit "Bildern gearbeitet, die weit weg sind von der Realität."

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