Grüner Rede-Marathon gegen Budget

Kogler schafft Rekord

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Grüner Rede-Marathon gegen Budget

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"Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte. Das soll's gewesen sein. Wir sind gespannt, ob Sie unsere dargebrachten Vorschläge aufnehmen werden", mit diesen Worten beendete der Grüne Budgetsprecher Werner Kogler laut einer Aussendung der Grünen um exakt 02.00 Uhr früh "unter dem Applaus der meisten Abgeordneten" nach 12 Stunden und 42 Minuten seine Marathonrede gegen den Budgetvoranschlag der Regierung.

Nachdem Kogler um Punkt zwei Uhr nachts geendet hatte, ging es deutlich schneller. Laut Ausschussvorsitzendem Jakob Auer (V) war zuvor ein Antrag auf Schluss der Debatte gestellt worden, sämtliche zuvor aber angemeldete Wortmeldungen seien aber noch gehalten worden. Trotzdem war dann knapp eine Stunde später doch Schluss im Budgetausschuss, und der Budget-Voranschlag 2011 wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien beschlossen. Damit ist der Weg frei für die weitere Behandlung des Budgets ab Montag im Plenum des Nationalrats.

Diashow Koglers Rede-Marathon
Der unermüdliche Kogler bei seinem Vortrag

Der unermüdliche Kogler bei seinem Vortrag

Der unermüdliche Kogler bei seinem Vortrag

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Der unermüdliche Kogler bei seinem Vortrag

Der unermüdliche Kogler bei seinem Vortrag

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  Diashow

Redemarathon
Als Grün-Politiker Werner Kogler am Donnerstag kurz nach 21 Uhr gerade seine achte Rede-Stunde begonnen hatte, reichte es Vizekanzler Josef Pröll (VP) offensichtlich: „Höflich, aber doch verabschiedet er sich mit Handschlag von Werner. Der lässt sich nicht irritieren und redet weiter“, schreibt Kogler Partei-Kollege Karl Öllinger, der den „Redemarathon“ auf seiner facebook-Seite dokumentierte. Er pendelte zwischen „Sozial-Abbau“, „Wohnbauförderung“ und „Briefkastenfirmen der Banken auf den Cayman-Inseln“.

Petrovic-Rekord gebrochen
Exakt um 13.18 Uhr hat im Budgetausschuss der Protest der Grünen gegen die Sparpläne der Regierung begonnen. Finanzsprecher Werner Kogler setzte zu einer Dauerrede an, um die Beschlussfassung zu verzögern. Damit besannen sich die Grünen ihrer aktionistischen Tradition. Rekordhalterin im „Filibustern“ – so nennt man Marathonreden – war bisher Madeleine Petrovic, die 1993 10 Stunden und 35 Minuten durchhielt.

Pröll blieb cool
Zumindest zu Beginn nahmen es Finanzminister Pröll und die anderen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP mit Fassung. Man versuchte, Kogler mit Kaffee und Bier zu locken, Kalkül: Sie wollten den streitbaren Grünen auf die Toilette zwingen. Was ihnen allerdings nicht gelang.

Mit jeder Redestunde wurden die Sitzreihen leerer. Viele Parlamentarier verließen das Plenum, gaben auf, wollten dem Redemarathon einfach nicht mehr folgen: „Kasperltheater“, kommentierten zahlreiche den Redeschwall des Grün-Politikers.

 

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