Gusenbauer rutscht in Kanzler-Frage weiter ab

ÖSTERREICH-Umfrage

Gusenbauer rutscht in Kanzler-Frage weiter ab

In der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße steigt mit jeder neuen Umfrage die bittere Gewissheit: Platz zwei hinter der Volkspartei ist kein statistischer Ausreißer. Die Positionen haben sich mittlerweile verfestigt. Wären kommenden Sonntag Nationalratswahlen, so würden 36 Prozent der Bevölkerung für die ÖVP stimmen und 33 Prozent für die SPÖ. So die Werte des Meinungsforschungsinstituts Gallup im Auftrag von ÖSTERREICH.

Bei den Kleinparteien liegen Grüne und FPÖ mit je 13 Prozent gleichauf, das BZÖ rangiert abgeschlagen bei drei Prozent und würde somit den Einzug in den Nationalrat diesmal nicht schaffen (Vier-Prozent-Hürde).

Kanzler-Frage als Desaster
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist bei der wöchentlichen Kanzler-Frage weiter abgerutscht. Nur noch 30 Prozent würden dem SPÖ-Chef ihre Stimme geben, wenn sie den Kanzler direkt wählen könnten. ÖVP-Vizekanzler Wilhelm Molterer erreicht inzwischen satte 39 Prozent.

Problem für SPÖ
Der Politikberater Thomas Hofer analysiert im Gespräch mit ÖSTERREICH: "Diese Werte sind ein absolutes Problem für die SPÖ. Seit Jahresbeginn war das ein Seuchenmonat für die SPÖ."

Vor allem die Detailergebnisse der Studie lassen bei den Sozialdemokraten die Alarmglocken schrillen:

  • Wer ist die fleißigere Partei? 28 Prozent der Bevölkerung nennen hier die ÖVP, 23 Prozent die SPÖ.
  • Wer ist durchsetzungsfähiger? Die ÖVP führt hier mit 47 Prozent überdeutlich vor der SPÖ mit 20 Prozent.

"Viele Menschen haben das Gefühl, die SPÖ verspricht zwar viel, hat aber nicht die Kraft, das auf den Boden der Realität zu bringen", so Hofer.

Streit bis 2010?
Trotzdem rechnet mehr als die Hälfte der Österreicher, exakt 55 Prozent, laut Gallup-Umfrage mit der rot-schwarzen Koalition bis zum Ende der vierjährigen Legislaturperiode 2010. Nur ein knappes Drittel (27 Prozent) geht von einem vorläufigen Scheitern aus: 15 Prozent im Jahr 2009 und zwölf Prozent noch heuer.

Immer noch besser als alles andere
Und trotz aller Streitereien und Missgunst in der Großen Koalition liegt diese mit 32 Prozent Beliebtheitsfaktor deutlich vor anderen Varianten wie Schwarz-Blau (13 Prozent) oder Rot-Grün (17 Prozent). Expertenmeinungen, wonach die ÖVP etwa gezielt versuche, mit schlechter Stimmung für großkoalitionäre Zusammenarbeit den Weg für fünf Jahre Schwarz-Blau ab 2010 frei zu machen, finden in der Bevölkerung wenig bis keinen Widerhall.

Exit-Strategie
Für Thomas Hofer ist klar: Die ÖVP blockiere zwar strategisch, um Kanzler Gusenbauer wenig Erfolg zu gönnen. Die SPÖ habe mit dem Generalangriff auf die ÖVP aber wieder die Diskussion von "schwacher SPÖ" auf "Koalitionsstreit" lenken können.

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