Gusenbauer und SPÖ in der Abwärtsspirale

Kanzler - Frust

© AP Photo/Hans Punz

Gusenbauer und SPÖ in der Abwärtsspirale

Den schicken roten Bus, mit dem Niederösterreichs SPÖ durch den Wahlkampf tourt, wird Parteichef Alfred Gusenbauer in den kommenden Wochen nicht von innen sehen. Der Kanzler schwänzt den Wahlkampf in dem wichtigen Bundesland, wird nur bei der Schlussveranstaltung am 6. März in ­ St. Pölten auftreten.

Niederlage sicher
Politische Beobachter deuten die Zurückhaltung des Bundesparteichefs in seinem Heimat-Bundesland freilich eindeutig – und geben ihm recht. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer: "Ich würde ihm nicht raten, in diesen Wahlkampf einzusteigen, denn sonst ist er daran auch noch schuld."

Gusenbauer weiß genau, dass die SPÖ am 9. März einer weiteren Niederlage entgegenschlittert – alle Umfragen zeigen eine klare Spirale abwärts. Am Wochenende veröffentlichte ÖSTERREICH die aktuelle Gallup-Umfrage, die Gusenbauer und der SPÖ katastrophale Werte bescheinigt. Erstmals in der Geschichte der Kanzlerfrage liegt der Regierende hinter dem Vizekanzler und auch in der Sonntagsfrage ist die SPÖ klar hinter die ÖVP zurückgefallen. Seither haben alle Medien, Tageszeitungen und die ZIBs, die ÖSTERREICH-Berichte aufgegriffen.

080126_Sonntagsfrage

Schlappen-Serie
Die Negativserie seit Anfang des Jahres droht sich fortzusetzen:

  • Die Upgrading-Affäre hat Gusenbauer selbst zwar für beendet erklärt, die billigen Urlaubsflüge in der Luxus-klasse zeigen aber nach wie vor Wirkung. In beinahe ­jedem Faschingsprogramm ist Senator-Card-Gusi ein ­fixer Programmpunkt.
  • Das Ergebnis der Pflege-Debatte mit der Verlängerung der Amnestie hat das Umfaller-Image der Kanzlerpartei bestätigt.
  • Die Wahlschlappe von Graz – sie katapultierte die einstige Bürgermeister-Partei unter 20 Prozent – lässt auch für Niederösterreich Schlimmstes befürchten.

Kein Kanzler-Bonus
Gusenbauer ist es noch nicht gelungen, einen Kanzler-Bonus aufzubauen – im Gegenteil: Ergreift er bei einem Sportevent das Wort, erntet er Pfiffe. Wo sich andere eine tolle Bühne verschaffen, begeht er faux pas. Jüngstes Beispiel: In Kitz ließ er sich mit dem Logo ­einer ältlichen Tageszeitung auf dem Anorak ablichten.

Für Politikwissenschafter Peter Filzmaier liegt der "Kanzler-Malus" am politischen Gegner ("Dieser bemüht sich mit Erfolg, die negative Diskussionsspirale am Leben zu erhalten."), aber auch an Gusenbauer selbst. Filzmaier: "Er hat einfach noch keine Gegenstrategie."

Keine guten Vorzeichen für die nächste Wahl. Karl Schlögl, Ex-Innenminister und prominenter Niederösterreich-Roter, glaubt zu wissen, wer an der drohenden Niederlage schuld ist: "Viele SPÖ-Anhänger sind mit der Bundespolitik der SPÖ unzufrieden."

Hoffnung EURO
Die nächste Wahl nach Niederösterreich ist im Herbst Tirol – auch hier sind die Aussichten schlecht. Gusenbauers Hoffnung ist die EURO 2008. Sein Büro arbeitet fieberhaft daran, ihn hier besser in Szene zu setzen als in Kitz­bühel oder Schladming.

Problem: Gusenbauer gilt als beratungsresistent.

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