Häupl:

"Beugen uns keinem VP-Diktat"

Häupl: "Ich rechne mit Neuwahlen"

ÖSTERREICH: Warum wenden Sie sich nach der Präsidentenwahl gegen Personaldiskussionen?

Michael Häupl: Es gibt sie zwar. Ich halte aber nichts von Personaldebatten, weil das nur Fronten verhärtet und die notwendige Strategiedebatte verhindert, wie wir bei der nächsten Nationalratswahl so gut abschneiden, dass ein FPÖ-Kanzler verhindert wird.

ÖSTERREICH:
Wann wird die Wahl stattfinden?

Häupl: Ich gehe davon aus, dass das vor 2018 sein wird. Denn die ÖVP verlangt ja die totale Unterwerfung der SPÖ. Sozialabbau geht mit mir jedoch sicher nicht. Es ist unanständig, die Ärmsten gegeneinander auszuspielen. Die SPÖ wird sich keinem ÖVP-Diktat beugen.

ÖSTERREICH:
Wen werden Sie im 2. Wahlgang der Bundespräsidentenwahl wählen?

Häupl: Ich wähle Van der Bellen, falls man von dem Ex-Grünen-Chef überhaupt noch sagen kann, dass er ein Grüner ist. Hofer, der gegen die EU ist und mit Österreich als Nation Probleme hat, wähle ich sicher nicht.

ÖSTERREICH: Wie wird die SPÖ die drohende Parteispaltung rund um den Umgang mit Asylwerbern vermeiden?

Häupl: Es gab in Wien immerhin einen einstimmigen Beschluss am Wiener SPÖ-Parteitag und der Kurs, zu dem wir stehen, lautet: Menschlichkeit und Ordnung. Wir wollen einen geordneten Zuzug. Aber wenn Hunderttausende kommen, müssen wir sagen: Es tut uns leid, das können wir nicht leisten.

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